66 Tote durch eine Luftmine

Einschlagstelle
Tafel der Friedensbewergung
13. Juni 1943
Neustadtscontrescarpe 4, Bremen
Schlagwörter

Am 13. Juni 1943, Pfingstsonntag, schlug in einem Neustädter Bunker während eines US-Luftwaffenangriffs eine Luftmine ein. Im Bunker hatten Anwohner der anliegenden Hermannstraße und Wulfhoopstraße Schutz gesucht.  66 Neustädter/innen fanden den Tod im Tiefbunker, weitere 33 wurden verletzt, 15 blieben vermisst. Das Bild des Fotografen Walter Cüppers, freundlicherweise vom Staatsarchiv Bremen zur Verfügung gestellt (4,77/1-Fotos-2267), zeigt General Wolff, der unmittelbar nach diesem 112. Luftangriff auf Bremen die Einschlagstelle der Luftmine inspiziert. Der Angriff richtete auch in den anliegenden Straßen große Schäden an.
Der Luftangriff der alliierten Streitkräfte galt einerseits den Rüstungsbetrieben, von denen sich einige, wie Focke-Wulff, in der Neustadt befanden, andererseits auch um die Moral der deutschen Zivilbevölkerung zu brechen. Schließlich hatten bereits vorher deutsche Luftangriffe 1937 den spanischen Ort Guernica, sowie 1940 Rotterdam in den Niederlanden und Coventry in Großbritannien zerstört.

Die Anwohnerin Frau Emmi Brinkmann überlebte durch Zufall mit ihren Kindern den Angriff und sowohl sie, als auch ihre Tochter konnten später von den schrecklichen Ereignissen berichten. Die meisten Opfer starben durch Erstickung, weil die Bombenexplosion ihnen die Luft zum Atmen entzog. Die Verletzten wurden in das nahegelegene Rote-Kreuz-Krankenhaus gebracht.

Seit dem 13. Juni 1983 erinnert eine Tafel von Aktivist/innen der Friedensbewegung und des Beirats Neustadt an den Angriff auf den Bunker und erinnert an die Konsequenzen von Krieg und Gewalt. Auf dem Höhepunkt der Friedensbewegung gegen die Stationierung von Atomraketen in unserem Land sollte sie als Mahnmal für Frieden und Abrüstung dienen.

2003 wurde der Sockel versetzt, als der Park umgestaltet wurde. Gartenarbeiter legten zum gleichen Zeitpunkt den ehemaligen Bunker frei. Im Inneren fand man noch einige Leichnamen der Opfer, die anschließend auf dem Riendsberger Friedhof in Schwachhausen beigesetzt wurden. 2016 wurde die Kunststofftafel beschädigt, wie das beiliegende Bild zeigt. Daraufhin wurde beschlossen, eine gänzlich neue Tafel auf dem Sockel zu montieren. Dies soll voraussichtlich am 13.6.2017 geschehen. Die Erinnerungstafel für den Erdbunker wurde auch in die Reihe der „Denk-Orte“ in Buntentor und Huckelriede aufgenommen.

 

 

Ein Hinweis zu “66 Tote durch eine Luftmine”

  1. hanna schmidt geb.veenekamp sagt:

    meine mutter,tante und ich waren in dem erdbunker und haben überlebt.was ich da als kind schon gesehen habe war grausam.eine familie aus unserem haus hat es nicht überlebt,alle waren tot,wie so viele aus der nachbarschaft in der hermannstraße.

  2. hanna schmidt geb.veenekamp sagt:

    Habe mit meiner Mutter und Tante den Luftminenangriff im Bunker Herrmannstraße überlebt, wir wohnten Herrmannstraße 39, eine Familie aus unserem Haus wurde getötet. Ich bin inzwischen 83 Jahre, aber was ich dort gesehen habe kann ich nie vergessen, es war grausam. So etwas darf nie wieder geschehen.

  3. Eine Liste über Bunker aus Bremen mit kurzen Beschreibungen und Bildern findet man hier:

    http://www.relikte.com/brm_ls_lsb/anmerkungen.htm

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