Borgward: Zwangsarbeit auch im Autobau

Borgward
1. Juli 1938
Sebaldsbrücker Heer Str. 20, Bremen

Carl Friedrich Wilhelm Borgward, legendärer Autobauer aus Bremen, wurde am 10.11.1890 in Hamburg geboren. Ab 1924 baut baut der gelernte Schlosser und Maschinenbauingenieur Borgward zuerst in Bremen-Neustadt, ab 1929 in Bremen-Hastedt sein Automobilwerk auf, das zuerst spezialisiert ist auf die Produktion von Lieferwagen, später aber auch die legendären Kleinwagen Lloyd LP (der sog. „Leukoplastbomber“ und PKW’s Isabella und Arabella.
1937 Tritt Borgward der NSDAP bei. Anschließend gründet er 1938 ein neues Werk in Sebaldsbrück, in dem u.a. Panzer für die Wehrmacht hergestellt werden. Während des Zweiten Weltkrieges beschäftigt Borgward nicht nur deutsche Arbeiter und Angestellten, sondern auch ausländische Zwangsarbeiter. Im Werk in Sebaldsbrück wird von der SS sogar eine Außenstelle des KZ Neuengamme eingerichtet, in dem über 1.000 polnische und russische Gefangenen aus dem KZ Auschwitz untergebracht werden. Borgward ist deshalb nach dem Krieg 9 Monate inhaftiert. 1948 darf er nach einem Entnazifizierungsverfahren in seinem Betrieb die Führung wieder übernehmen. Trotz großer Erfolge einiger Modelle gerät die Firma Ende der 50-Jahre ins wirtschaftlichen Strudeln. Die von Borgward kurz vorher entschädigungslos an den Bremer Senat übereignete Firma muss 1961 Konkurs anmelden. Ca. 20.000 Beschäftigte verlieren ihren Arbeitsplatz. Kurz danach stirbt Borgward am 28.07.1963. Er ist in direkter Nähe zu seinem Werk auf dem Osterholzer Friedhof beigesetzt worden.

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