Außenkommando “Schützenhof”

Bild über Inschrift der Denkmaltafel am Schützenhof
8. April 1944
Bromberger Straße 117, Bremen
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Ab Dezember 1944 wurden etwa 650 Häftlinge aus dem KZ Bahrsplate – in der großen Mehrzahl Juden -, die zuvor täglich per Schiff zu ihrer Arbeitsstelle auf dem Werftgelände der Deschimag (AG Weser) transportiert worden waren, in dem ehem. “Schützenhof” in Gröpelingen untergebracht.

Nach einer zwangsverfügten Räumung der Schützengilde zu Kriegsbeginn hatte dieses Gelände zuvor seit 1939 unter anderem als Sammelstelle für Bremer Sinti und Roma vor ihrer Deportation in den Osten und 1942/43 auch zur Unterbringung von 250 KZ-Häftlingen der II. SS-Baubrigade gedient.

Die Hauptaufgabe der nun dort untergebrachten Häftlinge war der Bau des Bunkers „Hornisse“. Am 25. März 1945 lebten noch 582 Insassen, nachdem über 200 Gefangene durch Erschöpfung und Unterernährung ums Leben gekommen waren.

Am 8. April verlegte man die Häftlinge ins Lager Farge, von wo aus sie zwei Tage später entweder zurück ins KZ Neuengamme, ins KZ Bergen-Belsen oder ins Lager Sandbostel transportiert wurden. Viele von ihnen kommen später am 03.05.1945 um, als die beiden Schiffen “Cap Arcona” und “Thielbeck”, auf denen sie von der SS zusammengetrieben waren, von den Allierten bombardiert und versenkt wurden.

Eine erste Gedenktafel wurde am 29. April 2002 an der Mauer eingeweiht. Am 24.08.2007 besuchte eine belgische Delegation der Gemeinde Meensel-Kiezegem, aus der viele der Gefangenen von der Bahrsplate stammten, das kleine Denkmal am “Schützenhof”.

Mehr über die KZ-Haeftlinge auf der Werft findet man in einem Originaldokument der Geschichtswerkstatt Gröpelingen. Außerdem eine Undatierte Rede von René Thirion , ehem. belgischer Häftling des Lagers “Schützenhof”.

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