Die SA in Bremen (Sturmabteilung)

Das Bild zeigt das Haus in der Hollerallee 75 heute Forum Kirche
1. Januar 1934
Hollerallee 75, Bremen
Schlagwörter , ,

Die erste nationalsozialistische Gruppe in Bremen war die SA. Sie trat 1926 zum ersten Mal in Erscheinung und besaß am Ende des Jahres knapp 40 Mitglieder. Geführt wurde sie bis 1927 von Friedrich Gravemann, der dann zur KPD wechselte. Sein Nachfolger wurde Hans Haltermann aus Berlin. Unter seiner Führung wuchs die SA im Jahr 1927 auf 60 Mann an.

Hauptaufgaben waren der so genannte Saal- und Demonstrationsschutz, den sie oftmals auch mit Gewalt durchsetzte. Ende 1930 übernahm Werner Wegener die Führung der Gruppe, die im Februar des gleichen Jahres um eine 44-köpfige Reservetruppe aufgestockt worden war. Die Mitgliederzahl verdoppelte sich in den folgenden Monaten, und im Jahre 1931 zählte die Organisation in Bremen schon 700 Mitglieder.

Dem Zuwachs tat auch das Verbot der SA vom 18. April bis zum 18. Juni 1930 keinen Abbruch. Im Gegenteil: Wenige Wochen nach Aufhebung des Verbotes zählte man 1500 Mitglieder. Die Gruppe war jetzt zahlreich genug, um einen Ableger, die Standarte 73 einrichten zu können.

Die Bremer SA unterstand der SA-Gruppe „Nordsee“ unter Leitung von Wilhelm Freiherr von Schorlemer, die ihren Sitz ursprünglich in Hannover und seit Anfang 1933 in Bremen (Rembertistraße 32), später in der Hollerallee 75 (heutiger Geschäftsstellensitz des ev. Bildungswerks) hatte. Nur zwei Häuser weiter befand sich der Sitz der SA-Brigade 62 “Unterweser” (Holler Allee 81). Im Haus dazwischen, das jetzige Standesamt (Holler Allee 79),war übrigens Hauptsitz der Kreisverwaltung der NSDAP.

An die belastende Hausgeschichte (1934 bis 1945 Sitz der SA-Gruppe “Nordsee”) erinnert das ev. Bildungswerk mit dem Grundsatz von Theodor W. Adorno, durch Bildungsarbeit einen Beitrag dazu zu leisten, dass »Auschwitz nie mehr sein werde«.

In den Jahren nach dem Röhm-Putsch 1934 verlor die SA in Bremen zusehends ihre Macht gegenüber der SS. Sie blieb zwar eine starke und große Gruppe, hatte sich aber der SS unterzuordnen.

Kommentieren Sie den Beitrag

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *