Fehlende Luftschutzräume in Bremen

Dieses Bild zeigt die Traueranzeige Böhmckers in den Bremer Nachrichten
21. Oktober 1941
Dobbheide 558 (damals Feldstraße), Bremen-Vegesack
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Am 21.10.1941 ab 21.17 Uhr erfolgte der 82.Luftangriff auf Bremen, diesmal durch britische Bomber unter anderem auf die Stadtteile Lesum, Vegesack, Farge und Blumenthal. Am 22.10.1941 meldete der Luftschutz-Abschnitt West an das zuständige Kommando der Schutzpolizei Bremen den Verlauf des Angriffs mit einer detaillierten Schilderung von Art und Anzahl der eingesetzten Bomben, Opferzahlen, Beschädigungen usw. Aus den Meldungen geht hervor, dass bei diesem Angriff 13 mittlere Sprengbomben, 1 Luftmine, 15 Blechkanister mit brandstiftender Flüssigkeit und 30 Stabbrandbomben abgeworfen wurden und dadurch 17 Personen ums Leben kamen.

Die genannte Luftmine schlug in der Feldstraße Nr. 558 (heute Dobbheide) ein, dadurch wurden die Wohnhäuser Feldstraße Nr. 268, Nr. 509 und Nr. 558 sowie in der Lerchenstraße das Wohnhaus Nr. 559 vollständig zerstört. In ihrem Haus in der Feldstraße Nr. 268 hielt sich während des Luftangriffs (aufgrund fehlender Luftschutzräume) die Familie Schröder auf, der Vater Adolf Schröder (59), die Mutter Wilhelmine Schröder (53) und die beiden Kinder Alfred (13) und Herta (11) wurden durch die Luftmine sofort getötet.

Nach der Bergung der Opfer wurde die Familie Schröder auf der Kriegsgräberstätte des Neu-Aumunder Friedhofes in der Beckstraße in vier nebeneinander liegenden Einzelgräbern mit den Nummmern 21,22,23 und 24 beigesetzt. Die Tochter Herta Schröder konnte nach ihrer Bergung zunächst nicht identifiziert werden und ist deshalb in der Opfermeldung als unbekannte Person verzeichnet – nachträglich wurde ihr Eintrag in der Liste dann handschriftlich geändert. Die bei diesem Angriff auch ums Leben gekommenen Eheleute Pauline und Julius Jaworski (beide 71) wurden ebenfalls auf dieser Kriegsgräberstätte beigesetzt.

Für die Opfer des Angriffs ließ der damalige regierende Bürgermeister von Bremen, SA-Obergruppenführer Böhmcker, am 24.Oktober 1941 in der Tageszeitung “Bremer Nachrichten” eine Traueranzeige veröffentlichen, in der die Opfer namentlich genannt werden.

23.Oktober 1941 Bericht BREMER NACHRICHTEN

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