Heinrich Buchholz, Kommunist und Agitprop-Aktivist

Buchholz
10. April 1933
Bogenstraße 40, Bremen
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Heinrich Diedrich Buchholz, geb. am 15.12.1895 in Bremen, war ein richtiges Waller Urgestein. Er war seit 1925 verheiratet mit Auguste „Guste“ Wagenfeld, eine  jüngere Schwester des berühmten bremischen Grafikdesigners Wilhelm Wagenfeld.

Die Volksschule besuchte Buchholz in der Elisabethstraße. Später machte er eine Tischlerausbildung und machte sich als Geselle auf die Walz nach Italien. Bereits als junger Mann war Heinrich Buchholz politisch aktiv. 1911 Trat er in die „Junge Garde“ ein. Parteipolitisch war er zuerst in der SPD, trat aber zum Ende des Ersten Weltkrieges über in die USPD. In diesem Krieg wurde er als Soldat schwer verwundet. Das hielt Buchholz aber nicht davon ab, dem Wachbataillon des Arbeiter- und Soldatenrats beizutreten, das die Bremer Räterepublik gegen die Angriffe der „weißen“ Caspari- und Gerstenbergertruppen verteidigte. 1920 Trat Buchholz der KPD bei, der er seinem restlichen Leben angehören würde. Nebenbei war er außerdem noch Mitglied bei den „Naturfreunden Deutschlands“, der „Roten Hilfe“ und beim „Arbeitergesangsverein“ von Hermann Böse. 1926 Gründete Buchholz zusammen mit dem Schauspieler Edgar Bennert die Proletarische Bühne Bremen, die 1928 zur Agitprop Theatergruppe „Blauen Blusen“ wurde. Sie traten in Bremen u.a. in den Sälen vom „Casino“ und „Café Flora“ auf.

Wg. seiner unterschiedlichen politischen Aktivitäten wurde Buchholz nach dem die Nazis in Bremen die Macht übernommen hatten, am 10.04.1933 verhaftet. Zuerst steckte man ihn in das Gestapo Gefängnis am Wall, später in das KZ Mißler in der Walsroderstraße in Findorff. Zwar wurde er, nach schweren Misshandlungen, am 03.08.1933 wieder entlassen, aber nur ein Jahr später gleich wieder verhaftet. Inzwischen war er innerhalb seiner illegalen Partei zum Leiter für Agitation und Propaganda (Agitprop) benannt worden. Seine Haft verbrachte Buchholz diesmal im Gestapo Gefängnis am Ostertor (das später Wilhelm Wagenfeld Museum). Am 20.02.1935 wurde Buchholz durch das Oberlandesgericht Hamburg zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt. Die Anklage läutete Vorbereitung zum Hochverrat. Die Strafe verbrachte er im Zuchthaus Oslebshausen. Nach seiner Entlassung 1937 arbeitete er in einer Bau- und Möbeltischlerbetrieb in Gröpelingen. Aus der Haft heraus schickte er illustrierte Postkarten und Briefe an seine Frau und Kinder. Diese sind inzwischen veröffentlicht im Buch „Na, Lütten?“ *.

Nach dem Krieg arbeitete Heinrich Buchholz als Vermittler beim Arbeitsamt Bremen. Seine Partei blieb er, genauso wie  seine Frau und Tochter, die ebenfalls KPD Mitglied geworden waren, treu. Am 15.08.1953 starb Heinrich Buchholz an den Folgen eines tödlichen Stromschlags.

* Quelle dieser Texte: Heinrich Buchholz „Na, Lütten?“ – Briefe aus dem Konzentrationslager und Zuchthaus 1933-1937, mit einem Geleitwort von Heinrich Hannover. Donat-Verlag (ISBN 978-938275-65-8).

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