Mord an Heinrich Rosenblum

9. November 1938
Thedinghauser Straße 46, Bremen
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Am 9.11.1938 ermorden die beiden SA-Leute Ernst und Wilhelm Behring in der Thedinghauser Str. 46 den jüdischen Metallwarenhändler Heinrich Rosenblum während der »Reichskristallnacht. Beide kannten Rosenblum, weil sie selbst in unmittelbarer Nachbarschaft zur Familie Rosenblum in der Neustadt lebten. Als Rosenblum die Tür öffnete, drängten die Brüder Behring in dessen Wohnung ein und forderten ihn auf sich auszuweisen. Als Rosenblum im Schrank nach seinen Papieren suchte, erschoss der ältere Bruder Wilhelm Behring den ahnungslosen Rosenblum hinterrücks. Anschließend begeben sich die beiden Brüder zum Johann-Gossel-Haus am Buntentorsteinweg, der damalige Sitz der SA. Hier hatten die Brüder bereits am Abend den Befehl erhalten “den Juden Rosenblum fertig zu machen”. Einen Tag später wird die Frau von Heinrich Rosenblum, Ernestine mit ihrem beiden jüngsten Kindern ins KZ Sachsenhausen transportiert. Von dort werden sie später nach Minsk überbracht, wo alle umgebracht werden. Zwei ältere Kinder überleben durch ihre Emigration in die USA.

Erst 1947 wird den beiden Brüdern Behring in Bremen wg. des Mordes an Rosenblum den Prozess gemacht. Die milde Strafe ist nicht zuletzt darauf zurück zu führen, dass sowohl der Richter, als auch der Gerichtsarzt, der zugunsten der Brüder aussagt, wenige Jahre vor dem Urteil selbst im NS-System verstrickt waren. Wegen der Milde des Urteils – acht Jahre Zuchthaus für Wilhelm Behring und sechs Jahre Zuchthaus für Ernst Behring – gibt es am 9. Mai 1947 in Bremen eine Arbeitsniederlegung und Massenkundgebung auf dem Domshof, an der sich angeblich 50.000 Menschen beteiligt haben. Auf der Kundgebung spricht u. a. der Vorsitzende der Israelitischen Gemeinde Bremen, Carl Katz.
Im Dez. 1951 wurden die Brüder Behring begnadigt.

Das Video gibt Auskunft zu den Ereignissen in der sog. “Reichskristallnacht” am 9.11.1938 in Bremen. Dieses Video wurde freundlicherweise zur Verfügung gestellt vom Landesfilmarchiv, Bremen.

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