Judenhaus Nordstraße 210

Diese Bild zeigt 24 Stolpersteine in der Nordstraße, Foto R. Baltschun
Bild zeigt die Schüler des SZ Grenzstraße bei der Verlegung der Stolpersteine in der Nordstraße
18. November 1941
Nordstraße 210, Bremen
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Reinhold Roer wurde nur drei Jahre alt. Der kleine Junge starb gemeinsam mit seinen Eltern Gertrud und Walter im Ghetto Minsk. Zilla Mannheim war 72 Jahre alt, als sie nach Theresienstadt verschleppt wurde und kurz darauf ihr Leben verlor. Albert Seligmann, Jahrgang 1869, war 21 Jahre lang Obermeister der Fleischerinnung Achim. Sein ältester Sohn war im ersten Weltkrieg gefallen. Ermordet wurde Albert Seligmann in Treblinka, ebenso wie seine Ehefrau Jenny. Außer ihrer jüdischen Herkunft und ihrem gewaltsamen Tod als Opfer des Naziregimes hatten diese Menschen noch eines gemeinsam: Sie alle lebten in der Nordstraße 210. Das Haus gehörte der Familie Schachtel, die mit Schuhmaterial handelte und wurde zu einem der sogenannten Judenhäuser: Seit April 1939 wurden Juden zwangsweise in Häuser eingewiesen, die noch Juden gehörten. Früher oder später wurden sie von dort aus in die Konzentrationslager oder – wie am 18. November 1941 – vom Bremer Hauptbahnhof aus nach Minsk zur Zwangsarbeit deportiert.

Das Haus wurde im Krieg zerstört; das gesamte hafenseitige Quartier der einst belebten Waller Wohn- und Geschäftsstraße existiert nicht mehr. Doch wer jetzt aufmerksam auf der gegenüberliegenden Seite entlang geht, wird in Höhe der Haltestelle Grenzstraße zu einer Verbeugung vor den Opfern der Geschichte aufgefordert. Auf Initiative von Schülerinnen und Schülern des Schulzentrums Grenzstraße, die auch die Patenschaft übernommen haben, wurden 24 „Stolpersteine“ in den Boden eingelassen.

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