Landgerichtsrat muss mit seiner Frau ins Waller Judenhaus ziehen

18. November 1941
Hauffstraße / Melanchthonstraße, Bremen
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Im April 1939 wurde der Kündigungsschutz für jüdische Mieter aufgehoben und 21 Häuser offiziell als ‘Judenhäuser’ ausgewiesen, in die Juden zwangsweise einzuziehen hatten.

Der ehemalige Landgerichtsrat Erich Mendelsohn, 1887 in Jever geboren, hatte an der Osterholzer Landstraße 51 gewohnt, bevor er mit seiner Frau Maria, geborene Schlensak, gezwungen wurde, in das Waller “Judenhaus” zu ziehen. Er starb 1942, seine Frau überlebte. An der Ecke Hauffstraße/Melanchthonstraße vor dem Eingang der Marienschule befand sich 1941 das sogenannte „Judenhaus” in der früheren Wilhelmshavener Straße Nr. 3. Am 18. November 1941 wurden alle 19 BewohnerInnen aus dem Haus abgeholt und nach Minsk deportiert.

In der Hemelinger Bahnhofstraße 8 hatte die Firma M. S. Mendelsohn bis 1938 ihren Sitz. Der Kaufmann Siegfried Mendelsohn und seine Frau Johanna, geborene Lion, wohnten dort mit ihrem Sohn Fred, der im September 1938 in die USA auswandern konnte. Er überlebte den Holocaust und starb im Jahre 1985. Siegfried Mendelsohn starb 1936, Johanna Mendelsohn emigrierte 1940 in die USA. Einigen Familienmitgliedern hatte Rechtsanwalt Johannes Kahrs aus der Hemelinger Bahnhofstraße zur Auswanderung verholfen. Hans Mendelsohn, geboren 1891 in Jever, und sein Sohn waren im “Judenhaus” am Waller Ring 138 untergebracht, seine Frau Ruzena Mendelsohn in der Kronprinzenstraße 59. Hans Mendelsohn wurde in der Pogromnacht deportiert, 1944 nach Neuengamme gebracht und ermordet. Ruzena Mendelsohn überlebte und starb 1974. Der Sohn konnte 1939 nach London emigrieren.

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