László Schächter

30. Dezember 1944
Bromberger Straße 117, Bremen
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László Schächter wurde am 3. Mai 1909 in Ungarn als zweites von sieben Kindern in einem Städtchen nahe dem Theiß geboren. Nach einer Schlosserlehre und später einer kaufmännischer Ausbildung verkaufte er Kurzwaren als Handlungsreisender.
1942 heiratete er, sein Sohn, István Schächter wurde Anfang Januar 1944 in Budapest geboren. (Den Namen Kárpáti bekam der Sohn in der zweiten Ehe der Mutter.)

Als der Sohn auf die Welt gekommen war, war der Vater als Jude seit Monaten schon im “Arbeitsdienst” der ungarischen Armee in Nordungarn beim Bau eines Flugplatzes zwangsverpflichtet und so von seiner Familie abwesend. Erst im November 1944 bekam er die Möglichkeit zu einer Fahrt nach Budapest, wo er seinen Sohn überhaupt das erste Mal sehen wollte.

Seit dem März 1944, seit dem Beginn der deutschen Besatzung des Landes galten für die jüdische Bevölkerung verschärfte diskriminierende Maßnahmen, seit Ende Mai lief die von Eichmann organisierte Judendeportation ins Vernichtungslager Auschwitz auf Hochtouren. Ausgeklammert waren vorerst die jüdischen Einwohner der Hauptstadt. Auch die Juden im Arbeitsdienst der ungarischen Armee waren, weil vor dem direkten deutschen Zugriff gesichert, relativ geschützt.

Als László Schächter Anfang November mit seinem von der ungarischen Armee ausgegebenen Passierschein in Budapest eintraf, wütete dort schon der Terror der “Pfeilkreuzler“, einer rechtsextremen nationalistischen Bewegung, die seit Mitte Oktober die Regierung gestellt und die deutschen Besatzer bedingungslos unterstützt hatte. Am zweiten Tag des Besuches bei seiner Familie wurde er infolge einer
vom Hausmeister erstatteten Anzeige verhaftet. Seine Papiere vom Militär nützten ihm nichts. Am 4. November wurde er mit fast 900 anderen Juden einwaggoniert und nach Deutschland deportiert. Der Transport kam am 26. November 1944 im StaLag Neuengamme an, wo ihm die Gefangenennummer Nr. 65550 verpasst wurde.

Nach einigen Tagen wurde László Schächter ins Arbeitskommando “Schützenhof” in Bremen/Gröperlingen überstellt. Nach der Eintragung im Bestandsbuch dieses Arbeitslagers musste er im Werk DeSchiMag als Schlosser Zwangsarbeit verrichten. Da er im erwähnten Bestandsbuch nicht als Verstorbene gekennzeichnet ist, wurde er aller Wahrscheinlichkeit nach bei der Auflösung des Lagers am 8. April 1945 mit den anderen jüdischen Häftlingen auf den Weg nach das KZ Bergen-Belsen getrieben.

László Schächter ist auf dem Todesmarsch dorthin gestorben, schlimmstenfalls in der Hölle von Bergen-Belsen, worüber aber keine Aufzeichnungen existieren.

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