Sammelstelle für 400 jüdische Mitbürger zum Abtransport nach Minsk

19. November 1941
Leibnizplatz, Bremen-Neustadt
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Am Zentaurenbrunnen in den vorderen Grünanlagen an der Neustadtcontrescarpe stand im Herbst 1941 eine Baracke als Sammelstelle für 400 jüdischer Männer, Frauen und Kinder, meist Bewohner/innen der Neustadt, auf ihrem Weg in die Vernichtung nach Minsk. Am 18.11.1941 fuhren die Deportationszüge vom Bremer Hauptbahnhof ab nach Minsk. Hier wurden die Bremer/innen mit vielen anderen Juden aus Europa in einem Ghetto untergebracht und ab Juli 1942 bei Massenexekutionen in der Nähe von Minsk umgebracht.

Am 09.08.2005 wurde eine erste, recht verwitterte Gedenktafel durch eine würdigere Gedenktafel für die deportierten jüdischen Mitbürger ersetzt. Bei der Gedenkfeier sprachen der Neustädter Ortsamtsleiter, Herr Fischer, und Frau Elvira Noah vom Vorstand der Jüdischen Gemeinde in Bremen. Auch diese Tafel war, wie die für die Opfer des Bombenangriffs auf den Bunker in den gleichen Grünanlagen, immer wieder Ziel von Zerstörung oder Diebstahl.

Am Neustädter Leibnizplatz, in unmittelbarer Nähe zum jetzigen Zentaurenbrunnen, trafen sich 1931/32 Mitglieder der Antifaschistischen Kampfgemeinschaft und des “Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold”, Kommunisten und Sozialdemokraten gemeinsam, um ein Eindringen der SA-Stürme in die Arbeiterquartiere auf der linken Weserseite zu verhindern.

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