Leo Drabent, Werftarbeiter im Widerstand

13. Oktober 1944
Wilmannsberg 26, Bremen-Vegesack
Schlagwörter , , ,

1Der am 15.06.1899 in Blumenthal geborene Leo Drabent war gelernter Schlosser. Er wurde im ersten Weltkrieg zum Militär eingezogen und kehrte schwer verwundet von der Kriegsfront zurück. Bereits 1917 agitierte er gegen den Krieg, in dem er Antikriegslosungen an Mauern und Zäune malte.

1923 trat Leo Drabent der KPD bei und wurde politischer Leiter des Unterbezirks Bremen. In Wahlversammlungen der NSDAP entlarvte er deren arbeiterfeindliche Politik.  200 SA-Männer wurden eingesetzt, um ihn im Mai 1933 festzunehmen. In den Lagern Brandenburg und Oranienburg sowie in dessen Außenlager auf Gut Elisenau wurde er gefoltert. Nach seiner Entlassung arbeitete er auf der AG Weser Werft, wo eine starke Betriebsgruppe der KPD unter seiner politischen Leitung stand. Im Juli 1936 wurde Drabent erneut verhaftet und zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt. Nach seiner Entlassung aus dem Zuchthaus organisierte er mit seinem besten Freund Hans Neumann aus Blumenthal ein Netz von 3er- und 5er-Gruppen, die in Verbindung standen mit den Hamburger Widerstandsgruppen um Bernhard Bästlein, Franz Jacob und Robert Abshagen.  Mit Flugblättern riefen sie die Arbeiterklasse  zur raschen Kriegsbeendigung auf.

Am 29.03.1943 wurden Leo Drabent und Hans Neumann sowie neun weitere Genossen von der Gestapo verhaftet und am 13.10.1944 vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt.  Die Urteilsbegründung lautete, Drabent, Neumann und ihre Genossen hätten die Widerstandskraft des deutschen Volkes durch kommunistische Propaganda zu zersetzen gesucht. Am frühen Morgen des 20.07.1944 wurden  Leo Drabent und Hans Neumann im Zuchthaus Brandenburg-Görden enthauptet.

Im Abschiedsbrief an seine Frau Marianne schreibt Leo Drabent: „……auch ich werde daher mutig, wie Du es von mir nur erwarten kannst, dem mir Bevorstehenden entgegensehen. Doch noch ist es nicht soweit, noch dürfen wir hoffen, denn heute geht alles in riesigem Tempo. Was heute noch nicht ist, kann morgen schon sein. Habe ich aber kein Glück, dann weiß ich, wofür ich sterbe. Deshalb: Kopf hoch.

Marianne Drabent war wie ihr Mann KPD Mitglied, wurde von den Nazis in Untersuchungshaft genommen und starb 1961. Vor dem Wohnhaus der beiden am Wilmannsberg 26 wurde ein Stolperstein gelegt. Außerdem hat der Beirat Blumenthal einstimmig beschlossen eine Brücke nach Leo Drabent zu benennen.  Diese wird direkt einmünden in die Robert Blum Straße, ein deutscher Revolutionär, der sich 1848 in Wien am Oktoberaufstand beteiligt hat und daraufhin hingerichtet wurde.

Fußnoten

  1. Zit n. W. Hundertmark und Gerd-Rolf Rosenberger; bearbeitet von Redaktionsgruppe SPURENSUCHE

Kommentieren Sie den Beitrag

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *