Einweihung Ludwig-Baumann-Saal im Gustav-Heinemann-Bürgerhaus

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Die ursprünglich am 13. Dezember 2021, dem 100. Geburtstag Ludwig Baumanns, geplante Veranstaltung zur Benennung des großen Saales im Bürgerhaus Vegesack nach ihm, fiel coronabedingt aus. Nun soll sie am Donnerstag, 1. September 2022, um 18 Uhr nachgeholt werden.

Am 3. Juni 1942 desertierte Ludwig Baumann in Bordeaux mit einem Freund aus der Wehrmacht. Nach ihrer Gefangennahme wurden die beiden wenig später zum Tode verurteilt. Ludwig Baumann überlebte den 2. Weltkrieg in einem Lazarett, nachdem er im „Bewährungsbataillon 500“ bei einem Fronteinsatz schwer verwundet worden war.
Seit seiner Heirat 1951 wohnte Ludwig Baumann in Bremen. Er hatte sechs Kinder. Viele Jahre litt er unter dem Makel, als
Fahnenflüchtiger ein „Feigling“ oder „Vaterlandsverräter“ gewesen zu sein.
In den 1980er Jahren schloss sich Ludwig Baumann der Friedensbewegung an und setzte sich für die Rehabilitierung der Wehrmachtsdeserteure ein. Mit 36 anderen Betroffenen gründete Baumann 1990 die Bundesvereinigung Opfer der NS-Militärjustiz e. V. Das Ziel, diese Opfer gesetzlich anzuerkennen und zu rehabilitieren, wurde zwar spät und mühsam, aber durch drei Gesetze in den Jahren 1998, 2002 und 2009 erreicht.
Ludwig Baumann hielt sich oft im Bürgerhaus Vegesack auf und war dort gut bekannt. Im Jahre 1982 hat er sich maßgeblich dafür eingesetzt, dass das Mahnmal Dem unbekannten Deserteur im Hause aufgestellt werden konnte. Für seinen unermüdlichen Einsatz für Frieden und soziale Gerechtigkeit wurde er mehrfach geehrt. Die „Internationale Friedensschule Bremen“ verlieh ihm 2014 den Franco-Paselli-Friedenspreis.
Am 5. Juli 2018 ist Ludwig Baumann mit 96 Jahren gestorben.
Nun soll er mit der Benennung des Großen Saals im Bürgerhaus nach ihm, zusätzlich geehrt werden.

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