Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus

Veröffentlicht am

Digitale Gedenkveranstaltung am 27. Januar 

Der 27. Januar ist seit 1996 bundesweit ein Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus. An diesem Tag vor 76 Jahren befreiten die Soldaten der Roten Armee die wenigen Überlebenden des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau. Hier ermordeten die Nationalsozialisten zwischen 1940 und 1945 mehr als eine Million Menschen. 2005 erklärten die Vereinten Nationen den 27. Januar zum weltweiten Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust. In Bremen organisiert der Senat der Freien Hansestadt Bremen – gemeinsam mit der Landeszentrale für politische Bildung – jährlich die zentrale Gedenkveranstaltung.

Die ursprünglich im Denkort Bunker Valentin geplante zentrale Gedenkveranstaltung kann in diesem Jahr nicht als Präsenzveranstaltung stattfinden. Es wird ein Film vorproduziert, der am 27. Januar auf der Homepage der Landeszentrale für politische Bildung www.landeszentrale-bremen.de veröffentlicht wird. Neben einführenden Worten von Bürgermeister Dr. Andreas Bovenschulte und Dr. Thomas Köcher (Direktor Landeszentrale für politische Bildung Bremen) wird die Autorin Natascha Wodin aus ihrem Buch „Sie kam aus Mariupol“ lesen. Wodin, 1945 als Kind sowjetischer Zwangsarbeiter in Fürth/Bayern geboren, geht in ihrem Buch auf Spurensuche nach ihren Eltern, die 1944 von den Nazis aus der ukrainischen Hafenstadt Mariupol nach Deutschland verschleppt wurden, die Zwangsarbeit überlebten und schließlich daran zerbrochen sind.

Vor 80 Jahren – am 22. Juni 1941 – begann der Überfall des Deutschen Reiches auf die Sowjetunion. Es folgte ein beispielloser Vernichtungskrieg, dem 25 Millionen sowjetische Menschen zum Opfer fielen. Das zentrale Gedenken ist daher in diesem Jahr den sowjetischen Kriegsgefangenen bzw. Zwangsarbeiter*innen gewidmet.

Natascha Wodin, 1945 als Kind sowjetischer Zwangsarbeiter in Fürth/Bayern geboren, wuchs erst in deutschen DP-Lagern, dann, nach dem frühen Tod der Mutter, in einem katholischen Mädchenheim auf. Auf ihr Romandebüt „Die gläserne Stadt“, das 1983 erschien, folgten etliche Veröffentlichungen, darunter die Romane „Nachtgeschwister“ und „Irgendwo in diesem Dunkel“. Ihr Werk wurde unter anderem mit dem Hermann-Hesse-Preis, dem Brüder-Grimm-Preis und dem Adelbert-von-Chamisso-Preis ausgezeichnet, für „Sie kam aus Mariupol“ bekam sie den Alfred-Döblin-Preis, den Preis der Leipziger Buchmesse und den August-Graf-von-Platen-Preis verliehen. Natascha Wodin lebt in Berlin und Mecklenburg.

Kommentieren Sie den Beitrag

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*