Gespräch und Filmvorführung: „Aleksej Ponomarjow: Vielleicht war ich ein Sonntagskind”

Am Mittwoch, d. 4.12., 19.00Uhr, im Kulturhaus Walle Brodelpott, Schleswiger Str. 4, Bremen findet ein Gespräch mit Olga Ponamareva (Ukraine) statt. Titel der Veranstaltung: „Auf den Spuren meines Großvaters – Als ukrainischer Zwangsarbeiter in Bremen und der intergenerationelle Fortgang der Erinnerungen“. Außerdem gibt es dazu eine Filmvorführung: „Aleksej Ponomarjow: Vielleicht war ich ein Sonntagskind” (Miriam Breckoff, 2003, 11min).

Erinnerung braucht neben erkämpften Gedenktafeln, -stätten und anderweitig markierten Tatorten Begegnungen und Austausch im Hier und
Jetzt. Als Olga Ponamareva 2003 erstmals als Jugendliche Bremen besuchte, stand an ihrer Seite ihr Großvater Aleksej Ponomarjow. Als 17-jähriger musste er 1942 seine Familie in Lugansk (Ukraine) zurücklassen und fortan im Hüttenwerk “Norddeutsche Hütte” zum Profit der Bremischen Wirtschaft Zwangsarbeit leisten. Anfang 1944 verhaftete ihn die Bremer Gestapo, er wurde ins Gefangenenhaus Ostertorwache eingesperrt und kurz darauf ins KZ Neuengamme überstellt. Er erlebte seine Befreiung nach der Bombardierung der KZ-Schiffe am 3. Mai 1945. Aleksej Ponomarjow starb
2007 in Lugansk.

Aleksej`s Geschichte ist eine von 2,8 Millionen, die geschätzte Zahl der von den Nazis aus der Sowjetunion zur Zwangsarbeit ins Deutsche Reich
verschleppten Zivilist*innen. Durch die Wiederaufführung des Films “Vielleicht war ich ein Sonntagskind” soll an Aleksej Ponomarjow`s Geschichte erinnert und seinen Widerstand gewürdigt werden.

Eike Hemmer, der mit Robert Milbradt und weiteren Kollegen der Klöckner Geschichtsgruppe bereits in den 1980er Jahren die Dimensionen von
Zwangsarbeit und Lagern auf der Norddeutschen Hütte ans Licht brachte wird über die Vorgeschichte der ersten Begegnung mit Aleksej berichten.

Die Enkelin Olga Ponamareva wird die Brücke in die Gegenwart schlagen. Wie hat die Lebensgeschichte ihres Großvaters ihr Leben beeinflusst? Wo
steht heute die Erinnerung an die Folgen des Überfalls der Deutschen Wehrmacht auf die Sowjetunion? Wie wird heute in der Ukraine über den
Zwangsarbeitseinsatz von Millionen von Menschen berichtet bzw. daran erinnert?

Eine Kooperationsveranstaltung von Denkort Bunker Valentin, Landeszentrale für politische Bildung Bremen und der Arbeitsgemeinschaft
Neuengamme e.V.

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