Lesung:“Mod Helmy. Wie ein arabischer Arzt in Berlin Juden vor der Gestapo rettete“

Die Rede ist von Mod Helmy, einem Berliner Arzt mit arabischen Wurzeln, der während der Nazizeit Juden und Nazi-Gegnern das Leben rettete. Der Journalist Igal Avidan hat eine Biografie des Ägypters geschrieben.
Veranstaltungsort: Islamische Föderation, Sonnenberger Str. 16-18. Die Lesung wird im Rahmen der Bremer Integrationswoche am 5.9., 19.00 Uhr, durchgeführt von der Buchhandlung Sattler in Schwachhausen.
Geboren 1901 in Ägypten, kam Mod Helmy 1922 zum Medizinstudium nach Deutschland und arbeitete an einem Berliner Krankenhaus. Im Berlin der 20er-Jahre galt der „Islam bei Intellektuellen in Deutschland als moderne Religion, Konversionen zum Islam waren in diesen Kreisen in Mode.“ Das änderte sich allerdings mit der Machtübernahme der Nazis. Anfangs profitierte Helmy als junger Mediziner davon, dass jüdische Ärzte entlassen wurden und arrangierte sich mit dem Regime. Dann begann er sich, für Juden und Regimegegner einzusetzen. Als deutsche Ärzte keine jüdischen Patienten mehr behandeln wollten, war Mod Helmy deren Hausarzt. Die rumänische Jüdin Anna Boros verdankt ihm sein Leben. Er verhalf ihr durch einen Trick, eine Konversion zum Islam, in die Freiheit.
2013 wird Helmy, als erstem Araber überhaupt, in der Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem posthum die Medaille „Gerechter unter den Völkern“ verliehen.

Igal Avidan hat drei Jahre über das Leben Mod Helmys recherchiert, Zeitzeugen befragt und historische Dokumente studiert. „Ein Mann wie Mod Helmy könne für muslimische Jugendliche heute ein Vorbild sein“, sagt der, 1962 in Tel Aviv geborene Journalist Avidan, der heute in Berlin lebt und seit 1990 als freier Berichterstatter für israelische und deutsche Zeitungen sowie Hörfunksender arbeitet.

Kommentieren Sie den Beitrag

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*