Am Sonntag, 25. Januar 2026, 11 Uhr, wird die historisch-dokumentarische Wanderausstellung „gefährdet leben. Queere Menschen 1933-1945 – Lebens- und Leidensgeschichten von inter*-Personen während des NS-Regimes“ eröffnet. Sie wurde von der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld konzipiert und erstellt.
Sie hat eine Laufzeit vom 25. Januar bis 15. März 2026. Gezeigt wird sie im Zentrum für Kunst, im Tabakquartier, Hermann-Ritter-Straße 108e, Bremen.
Der Eintritt ist frei.
Die Öffnungszeiten sind mittwochs bis sonntags von 16 Uhr bis 19 Uhr
Im Rahmen des diesjährigen Gedenkprogrammes für die Opfer des Nationalsozialismus werden Dr. Thomas Köcher, Leiter der Landeszentrale für politische Bildung Bremen, und Helmut Metzner, Vorstand der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld sprechen. Zudem erwartet das Publikum bei der Eröffnung ein musikalisches Intermezzo des Namu-Ensembles Bremen, das sich mit zwei Konzerten an dem Begleitprogramm zur Ausstellung beteiligt.
In der Ausstellung werden die vielfältigen und ambivalenten Lebensgeschichten queerer Menschen in der Zeit des Nationalsozialismus von 1933 – 1945 gezeigt. .
Die Ausstellung wird in Bremen von der Landeszentrale für politische Bildung Bremen, „Erinnern für die Zukunft e.V“, „Rat & Tat – Zentrum für queeres Leben e.V.“ und dem Zentrum für Kunst präsentiert.
Zur Ausstellung
Beim Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar 2023 im Deutschen Bundestag standen erstmals die queeren Opfer im Fokus. Die Ausstellung knüpft an dieses wichtige erinnerungspolitische Signal an und macht das Thema der Ausgrenzung und Verfolgung queerer Menschen in den Jahren 1933–1945 nun einem breiten Publikum zugänglich. Sie zeichnet die vielfältigen und ambivalenten Lebensgeschichten queerer Menschen nach. Die Ausstellung macht auch mit bislang unveröffentlichtem Material deutlich, wie das Leben vieler queerer Menschen gebrochen und zerstört wurde. Sie beleuchtet gleichzeitig, wie verbliebene Handlungsspielräume im Alltag genutzt wurden. Erzählt werden keineswegs nur Verfolgungsgeschichten, sondern auch Wege der Selbstbehauptung in einer widrigen Lebensrealität.
Begleitprogramm
Am Sonntag, 15. Februar 2026, beginnt um 17 Uhr der Vortrag „Ich möchte so gern mein Leben schreien“. Jako Wende, Trans-Aktivist*in, stellt darin das Leben der inter*-Person Adele Haas vor, basierend auf umfangreicher Archivforschung sowie Gesprächen mit Verwandten und Nachbar:innen. Moderiert wird diese Veranstaltung von Christian Linker, Rat & Tat-Zentrum für queeres Leben e.V. Bereits um 16 Uhr an diesem Tag findet eine kostenlose Führung durch die Ausstellung „gefährdet leben. Queere Menschen 1933-1945“ statt.
Der Historiker und Schriftsteller Lutz van Dijk behandelt in seinem Vortrag am Dienstag, den 24. Februar 2026, um 20 Uhr die titelgebende Fragestellung „Wie stehen wir im Gedenken an queere NS-Opfer?“ und möchte mit den Besuchenden dazu in einen Austausch treten. Lutz van Dijk war früher Mitarbeiter des Anne Frank Hauses in Amsterdam und arbeitet heute vor allem mit polnischen Historiker:innen zusammen – im Kontext eines Erinnerns an sexuelle Minderheiten in Auschwitz. Moderiert wird diese Veranstaltung von Christian Linker, Rat & Tat-Zentrum für queeres Leben e.V.
Das Bremer Namu-Ensemble beteiligt sich mit den Konzerten „Ich wandre durch Theresienstadt“ am Freitag, den 27. Februar und am Samstag, den 28. Februar 2026 um jeweils 20 Uhr am Begleitprogramm. Die Musiker:innen spielen an diesen Abenden Kompositionen von jüdischen Künstler:innen, die im Konzentrationslager Theresienstadt interniert waren – und fast alle in Auschwitz ermordet wurden. Zudem erläutert das Ensemble in seinen Moderationen die unvorstellbaren, aber auch verblüffenden Erlebnisse von drei queeren Musiker:innen, deren Leben der Holocaust stark geprägt hat: Der*die Sänger*in und Clown Hambo, die Cellistin und Dirigentin Frieda Belinfante und der Kabarettist Robert T. Odeman.