Jules Matthys: einer der „Acht von OIP“

Jules Matthys, geboren am 13. April 1905, lebte mit seiner Familie in Lokeren in die Nähe von Gent/Belgien. Jules Matthys arbeitete Anfang des Jahres 1940 in Gent in der „OIP“ („Société Belge, d’Optique et d’Instruments de Precision“), eine Fabrik zur Herstellung von optischen Geräten. Diese Geräte waren von militär-strategischer Bedeutung. Auf Grund der drohenden Invasion […]

Helmuth Groscurth: Pastor im Widerstand zu Hitler

Wenn alljährlich – und 2019 anlässlich des 75. Jahrestages – der Attentäter vom 20. Juli 1944 gedacht wird, dann muss in der Reihe der militärischen Verschwörer gegen Adolf Hitler auch ein Bremer genannt werden: Helmuth Groscurth (1898-1943). Lange vor dem Anschlag in der Wolfsschanze gehörte er zu einer Gruppe, die schon zwischen 1938 und 1940 […]

Adolf Ehlers: aus dem Widerstand in die Regierungsverantwortung

Am 21. Februar 1898 wird Adolf Ehlers in Walle geboren. Seine Eltern sind Hinrich Ehlers und seine Frau Anna Marie. Ehlers besucht die Volksschule in der Elsflether Straße. Dort bekommt er u.a. Unterricht von Emil Sonnemann, einem Reformpädagogen, der der aufstrebenden Arbeiterbewegung in der Hansestadt sehr nah stand. Später macht er eine kaufmännische Lehre und […]

Lager für italienische Kriegsgefangene in Sebaldsbrück

Fast an der Ecke Vahrer Straße und Ludwig-Roselius-Allee befand sich von November 1943 bis Mai 1944 ein bewachtes Lager für italienische Kriegsgefangene. Wie kam es zu der Einrichtung dieses Lagers, schließlich war das faschistische Italien bis September 1943, gemeinsam mit Japan, Achsenverbündeter Nazi-Deutschlands? Als den alliierten Truppen die Invasion von Süd-Italien gelang, wurde dessen Staats- […]

Ein Familiengrab gibt Auskunft über die Verfolgung der Sinti in Bremen

Auf dem Waller Friedhof findet man gleich hinter dem auf dem Friedhofsplan ausgewiesenen Grab von Fritz und Hermine Overbeck im Feld O, nahe am Haupteingang, einen großen Grabstein mit der Inschrift „FAMILIE SCHMIDT … DURCH UNMENSCHLICKEIT VERSTARBEN IM LAGER AUSCHWITZ IN DEN JAHREN 1943 – 1945 40 ANGEHÖRIGE UNSERER FAMILIE“. Diese Inschrift weist darauf hin, […]

Bildungssenator Richard von Hoff fördert die Idee einer „Vorherrschaft der germanischen Rasse“

Richard von Hoff war ab 11. März 1933 bis 1945, also während der Zeit des Nationalsozialismus, Bildungssenator in Bremen. In seiner Funktion entlässt er in den folgenden Monaten nach seinem Amtsantritt 44 politisch ihm nicht genehme Lehrkräfte. Wesentlich länger tritt er jedoch als einer der eifrigsten nordisch-völkischen Propagandisten, ab 1935 vor allem für die „Nordische […]

Ein widerständisches Leben: Gertrud Staewen

Widerständig war Gertrud Staewen (1894 – 1972) ihr ganzes Leben lang: zuerst gegen den autoritären Vater, dann gegen den Hochmut bürgerlicher Kreise gegenüber dem Proletariat, später gegen den totalitären Anspruch des Nationalsozialismus und nach 1945 gegen die Verteufelung von Strafgefangenen. Nach kurzer Ehe und Scheidung kam sie mit zwei Kindern lebenslang  gerade so über die […]

Die Bremer Nervenklinik

1904 öffnete vor den Toren der Stadt Bremen, im heutigen Stadtteil Osterholz, das St. Jürgen-Asyl seine Pforte. In der Sprache der damaligen Zeit war es jedoch die Bremer Irrenanstalt. Später wurde es auch unter den Namen „Bremische Heil- und Pflegeanstalt“ oder „Bremer Nervenklinik“ geführt. Heute ist es als Klinikum Bremen-Ost Teil der Gesundheit Nord gGmbH. […]

„Ellener“ Hof als Teil der berüchtigte Aktion T4

Im Ellener Hof sollten nach den vereinseigenen Statuten „sittlich verwahrloste Kinder, welche den Einflüssen einer verderblichen Umgebung unterliegen oder bereits in Strafanstalten eingesessen haben“ aufgenommen werden. Vorsteher des Heims war von 1928 bis 1957 das NSDAP-Mitglied Georg Rehse, ein gelernter Lehrer. Seine Frau Else geb. Fies hatte währenddessen als „Hausmutter“, gleichfalls eine zentrale Position im […]

St. Petri Waisenhaus bietet wenig Schutz

Zuerst über 200 Jahre in der Innenstadt neben dem Dom gelegen, wurde das St. Petri Waisenhaus 1922 nach Osterholz verlegt. Hier nahm die Einrichtung hilfsbedürftige elternlose männliche Kinder und Jugendliche auf. Träger des Vereins war die Diakonie des St. Petri Doms in Bremen. Während der Zeit des Nationalsozialismus sollten im Heim „alle erbgesunden und rassisch […]