Dr. Waldemar Seidel, damals wohnhaft am Schwachhauser Ring ist Verfasser der angefügten Tagebuchaufzeichnungen vom 21. April 1945. Seidel, dessen Familie zu jener Zeit auf dem Land bei Wildeshausen lebte, war kommissarischer Oberstaatsanwalt und zuletzt Chefankläger des Standgerichts. Im Mai 1945 wurde er von den Amerikanern verhaftet und kam nach wenigen Monaten wieder frei. Die Familie […]
In den Jahren 1944 und 1945 wurden jüdische Frauen aus Ungarn und Polen gezwungen im Bremer Stadtzentrum Trümmer zu beseitigen. In Folge der Bombardierungen durch alliierte Fliegerangriffe lag die Innenstadt von Bremen in Trümmern. Die Arbeit zwischen den Gebäuderesten war lebensgefährlich, weil Einsturzgefahr bestand und weil häufig noch Blindgänger zwischen den Resten lagen. Es waren […]
Nach der Machtergreifung durch die Nazis beschloss der neue Bremer Senat am 6. Oktober 1933 ein Ehrenmal zu Ehren der Gefallenen des Ersten Weltkriegs anzulegen. Vorabgegangen waren intensive Diskussionen im Senat und in der Öffentlichkeit über den Zweck und über die Form eines solchen Denkmals. Diese hatten bereits kurz nach dem Ende des Ersten Weltkrieges […]
Rudolf Jacobs kam am 14.04.1914 in Bremen als Sohn des Bremer Architekten Rudolf Jacobs senior (Haus am Markt, Parkhotel, Norddeutscher Lloyd) und dessen Ehefrau Frieda, geborene Rosenthal, zur Welt. Er wuchs in einem liberalen Elternhaus auf. Nach dem Abitur ging er zur Handelsmarine, wohl auch um sich damit dem Wehrdienst zu entziehen. Später studierte er […]
Fritz Hallerstede wurde am 02.11.1904 in Oldenburg geboren und ist am 31.07.1989 in Bremen gestorben. Hallerstede lebte viele Jahre in der Bremer Neustadt. Schon früh organisierte er sich in der Gewerkschaft und in der Kommunistischen Partei, wurde jedoch später aus den Reihen der KPD ausgeschlossen, weil er nicht mit deren Haltung zur Einheitsgewerkschaft übereinstimmte. Daraufhin […]
In der Schönhausenstraße lebte früher Professor Rudolf Hess, nach dem in Bremen die städtischen Kinderklinik benannt ist. In diesem Haus hatte er ursprünglich eine Privatpraxis als Kinderarzt, bekam jedoch keine Kassenzulassung. Prof. Hess wurde ab 1928 bis 1933 leitender Arzt der Kinderabteilung der Städtischen Krankenanstalt. Ursprünglich stammte er aus Worms. Am 1. April 1933 wurde […]
Die berüchtigte NS-Aktion „Entartete Kunst“ traf nicht nur 1.400 überregional bekannte, prominente Künstler, sondern auch eine Vielzahl Bremer Maler und Bildhauer. 1937 wurden im Zuge zweier „Säuberungsaktionen“ der Nationalsozialisten ca. 20.000 Werke aus deutschen Museen entfernt. Das sog. Beschlagnahme-Inventar nennt 22 Künstler aus Bremen und dem Bremer Umland und die stattliche Zahl von ca. 230 […]
Verfolgt, gefoltert und vergessen: Viele Opfer des NS-Regimes hatten zunächst keinen Anspruch auf Wiedergutmachungsleistungen, darunter viele jüdische Opfer, Homosexuelle, Sinti und Roma und Zwangsarbeiter. Um diese Opfer hat sich der 1989 gegründete Beirat für vergessene NS-Opfer in Bremen gekümmert. Am 29. Juni 2010 wurde seine Arbeit im Bremer Rathaus gewürdigt.
Max Josef Milde wurde am 20. 11. 1922 in Niederhermsdorf geboren, er war Unteroffizier der Wehrmacht , Mitglied im Musikkorps und später der Feldgendarmerie der Fallschirm-Panzer-Division Hermann Göring, einer Elitedivision der Luftwaffe. Er wurde am 10. Oktober 2006 in Abwesenheit vom Militärgericht La Spezia wegen der Beteiligung an einem Massaker an insgesamt 207 ZivilistInnen in […]
Das erste Mal sprachen 2010 die ehemaligen Professoren der Universität Bremen Thomas und Gerhard Leithäuser in der Öffentlichkeit über das Schicksal ihres Onkels Karl Leithäuser bei der Ausstellungseröffnung im „Haus im Park“ beim Zentralkrankenhaus Bremen-Ost. Der Gießener Zahntechniker Karl Leithäuser wurde 1941 in Hadamar ermordet, „Euthanasie“ (Sterbehilfe) nannten das die Nazis. Er war einer von […]