Gedenkfeier zur Erinnerung an die Deportation von Sinti und Roma aus Bremen

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Der Arbeitskreis „Erinnern an den März 1943“ lädt gemeinsam mit dem Bremer Sinti-Verein herzlich zu einer Gedenkfeier am Montag, d. 9. März um 17 Uhr in der Kesselhalle/Kulturzentrum Schlachthof ein.
Es wird erinnert an die etwa 280 Sinti und Roma aus dem Nordwesten, die vom 8.-10. März 1943 verhaftet, in eine Halle des alten Schlachthofes gesperrt und schließlich in das Vernichtungslager Auschwitz- Birkenau deportiert wurden. Mit ihnen gedenken wir allen 500. 000 Opfern des NS-Völkermordes an den Sinti und Roma in Europa.

Ehrengast ist in diesem Jahr Carmen Spitta, die Tochter der Filmemacherin Melanie Spitta, deren Film „Das falsche Wort“ am 10. März im City 46 gezeigt wird. Carmen Spitta wird auf der Gedenkfeier über ihre Arbeit als Botschafterin   gegen das Vergessen sprechen. Die Namen der Deportierten werden wiederum von Mitgliedern des Bremer Sinti-Vereins sowie Findorffer Schüler:innen verlesen.

Im Anschluss an die Kranzniederlegung vor der Gedenktafel wird zu Gesprächen bei Kaffee und Kuchen eingeladen.

In diesem Jahr ranken sich um den Gedenktag herum weitere Veranstaltungen mit einem engen Bezug zu diesem Thema.

Den Beginn macht am 7. März um 19:30 ein Konzert von Oana Catalina Chitu (Gesang) und Dejan Jovanovic (Akkordeon) im Theater im Volkshaus mit Liedern vom Balkan und der Roma. Oana und Dejan werden nun erstmals in Bremen einen ganzen Konzertabend gestalten. Ergänzt wird dieser mit Informationen zur aktuellen Lebenssituation der Rom:nja in den Ländern des Balkans.  Das Konzert wird gefördert vom Senat der Freien Hansestadt Bremen. Infos gibt’s unter https://www.yesticket.org/event/en/oana-ctlina-chiu-und-dejan-jovanovi-konzert-im-volksha-07-03-26/

Am 8. März wird um 18.00 Uhr im Krankenhaus-Museum die von Hans Hesse verfasste und inszenierte szenische Lesung „Unerhört – die Geschichte von Mariechen“ aufgeführt. 

Zum Inhalt: Am 6. August 1943 steht ein 15jähriges schwerhöriges Mädchen vor dem Erbgesundheitsgericht in Bremen. Sie gilt als Sintezza/Romni. Ein Jahr davor wurde sie in die Bremer Nervenklinik zwangseingewiesen. Nun soll Mariechen zwangssterilisiert werden. Basierend auf dem Protokoll der Sitzung des Erbgesundheitsgerichts in Bremen vom 6. August 1943 stellt diese szenische Lesung den Prozess nach und erzählt zugleich die Geschichte von Mariechen. Ein Jahr später wird Mariechen in dem Frauenkonzentrationslager Ravensbrück am 25. September 1944, vier Tage nach ihrem 17.Geburtstag, ermordet.
Es lesen: Regine Albrecht, Hans Hesse, Anja Hölscher, Manfred Hölscher, Cornelia Korbel, Wanja Lange, Siegrid Petrahn.
Weitere Informationen!

Am 10. März zeigt der Bremer Sinti-Verein in Kooperation mit dem Kino City 46 um 17:30 Uhr den Film DAS FALSCHE WORT von Melanie Spitta und Katrin Seybold in einer vom Deutschen Filmmuseum München restaurierten Fassung, die 2025 auf der Berlinale Weltpremiere hatte. Der Film war der erste, der 1987 das gesamte Ausmaß des nationalsozialistischen Völkermordes an den Sinti und Roma sowie die systematischen Bemühungen der bundesdeutschen Behörden um dessen Verdrängung und Vertuschung sichtbar machte. Im anschließenden Gespräch wird Carmen Spitta über die Arbeit ihrer Mutter sowie über die zahlreichen Versuche berichten, diese Arbeit zu behindern.

Am 11. März, 17:30 Uhr, läuft ebenfalls im City 46 der Film FAMILIE BAJRIC von Allegra Schneider.
Familie Bajric aus Dresden ist permanent von Abschiebung bedroht. Wie die meisten von Dauermigration betroffenen Roma hat die Familie historisch mehrdimensionale Bezüge zu Deutschland. Der Film trifft sie, während sie ihre Geschichte der Verfolgung im Nationalsozialismus entdecken. Landeszentrale für politische Bildung Bremen, Heinrich Böll Stiftung Bremen, CITY 46 Kommunalkino Bremen e.V.

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