Arbergen, Uphusen, Hemelingen nach der Reichstagswahl 1933

Das Bild zeigt die Kirche in Arbergen
Das Bild zeigt die Arberger Kirchenglocke mit Hakenkreuz
2. August 1933
Arberger Heerstraße 73, Bremen
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Die KPD-Mitglieder Heinrich Mindermann und Karl Mollen werden in Hemelingen verhaftet, die KPD wie auch die SPD verboten. Die Sozialdemokraten Carl Moses, Karl Helfenberger und Wilhelm Strauß wurden verhaftet, Bürgermeister Heinrich Ellmers in den Ruhestand geschickt. Zum neuen Bürgermeister hatte sich unter Androhung von Gewalt Hermann Passe ernennen lassen – er war seit 1930 Mitglied der NSDAP und gehörte seit 1932 der SS an.

Albert Seligmann verhaftet

Der nationalsozialistische “Hemelinger Anzeiger”1 vom 2. August 1933 berichtete unter der Überschrift “In Schutzhaft genommen”  über einen antisemitischen Übergriff: „In Schutzhaft genommen. Gestern Mittag wurde der jüdische Schlachtermeister Albert Seligmann (Achim), der sich der Verächtlichmachung der Reichsregierung und des Reichskanzlers schuldig gemacht hat, in Schutzhaft genommen. Die Inhaftierung geschah, weil deutsch empfindende Männer, die von den Äußerungen des S. Kenntnis erhalten, sich in großer Erregung vor dem Hause des Juden angesammelt hatten und der Jude vor der Volkserregung geschützt werden muss. Seligmann ist nach Verden abtransportiert worden.” Albert Seligmann hat die NS-Zeit nicht überlebt. Der Achimer wurde zunächst in ein Bremer Judenhaus einquartiert, anschließend nach Theresienstadt verschleppt, von dort 1942 nach Treblinka deportiert und ermordet.

1936 wurde die Arberger Kirche mit einer Hakenkreuzglocke ausgestattet und der Hemelinger Pastor Röbbelen strafversetzt (und damit geschützt), weil er auf seinem Stimmzettel Kritik an „Reichsjugendführer“ Baldur von Schirach vermerkt hatte. Die Hemelinger NSDAP hatte vor seinem Wohnhaus einen Tumult veranstaltet. So ging es weiter. Am 17. November 1938 hielt “Parteigenosse” Schomaker zusammen mit dem Hemelinger NSDAP Ortsgruppenleiter Koch eine öffentliche Rede gegen Juden. Sonnenwendfeiern mit Propagandareden auf Asendorfs Berg, Kundgebungen in allen Gaststätten sowie Schulungen auf ‘Heimabenden’ ließen keinen Winkel in dieser Gegend aus.

Fußnoten

  1. Aus: Friedhelm Blüthner: Das Arberger Kirchspiel im ,Dritten Reich´

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