Eduard Ickert, verfolgt für seine Überzeugung

6. Mai 1936
Humannstraße 33, Bremen-Gröpelingen

Eduard Ickert wurde am 17.03.1889 in Dimitrowka (Wolhynien, jetzt Ukraine) geboren. Der Schmied kam 1916 nach Bremen, war verheiratet mit Melida Hoffmann, geb. am 10.07.1890 in Lodz. Das Ehepaar hatte sechs Kinder. Sie wohnten in der Humannstraße 33.

Eduard Ickert war 1919/20 zunächst Mitglied der SPD, trat 1924 dem Rotfrontkämpferbund bei, 1927 der KPD Zelle Gröpelingen und wurde 1927/28 Bildungsobmann in dieser Partei. 1931 wurde er auf der Roten Einheitsliste in die Arbeiterkammer gewählt.
Familie Ickert erlebte 15 Hausdurchsuchungen. Eduard Ickert wurde am 17. Dezember 1934 verhaftet und nach schwerer Misshandlung durch die Gestapo ins Zuchthaus Oslebshausen eingeliefert. Bei der Hausdurchsuchung in der Humannstraße 33 hatte man drei Beitrittserklärungen und zwei Parteiabzeichen gefunden.
Vom Hanseatischen Oberlandesgericht wurde er am 06. Mai 1936 zu drei Jahren Zuchthaus und drei Jahren Ehrverlust verurteilt,
unter Anrechnung der 14 Monate Untersuchungshaft. Die Familie musste die Wohnung räumen, ihr wurde die deutsche Staatsangehörigkeit aberkannt. Eduard Ickert arbeitete in der Zuchthauswäscherei und zog sich dabei eine schwere Lungen-Tbc zu. Daher wurde er am 18. März 1938 ins städtische Krankenhaus gebracht, erhielt Haftverschonung und wurde am 07.08.1938 auf die offene Station verlegt, wo er am 02.09.1938 verstarb.

Auch die Kinder des Ehepaars Ickert waren politisch aktiv: Sohn Eduard (Jahrgang 1913) wurde 1931 Mitglied in der KP-Sportsfreunde Gröpelingen, Tochter Charlotte (Jahrgang 1917) 1931/32 Mitglied im KJVD, und Sohn Emil (Jahrgang 1915), Mitglied des KJVD, wurde ins KZ Ochtumsand eingeliefert.

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