Innenstadt: Auftakt für antisemitischen Rassenwahn

Dieses Bild zeigt den Boykott bei Herrenkonfektion Adler Inh. Heinrich Bialystock
1. April 1933
Obernstraße / Sögestraße, Bremen
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Am 1. April 1933 ordnete J. Goebbels für das ganze Reich den „Tag des Boykotts“ an1. Es handelte sich um eine Aktion, die gegen jüdische Geschäfte, Ärzte und Rechtsanwälte gerichtet war. In der Nazipropaganda wurde behauptet: „Die Juden aller Welt wollen Deutschland vernichten!“ Bezogen auf die Geschäfte, die jüdischen Bürgern gehörten, hieß es: „Deutsche, kauft nicht bei Juden!“

In der Obern- und Sögestraße wurden schon vor dem 1. April 1933 antisemitische Parolen an jüdische Geschäfte geschmiert. Am 1. April waren die Aktionen durch Boykottmaßnahmen bestimmt:

SA-Posten vor den Geschäften hinderten die Kunden daran, bei Juden zu kaufen; an den Praxen jüdischer Ärzte und Rechtsanwälte hingen Schmähplakate; auf den Straßen wurden Juden angepöbelt. Zu direkten Ausschreitungen und Gewaltanwendungen kam es zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

Dieser Auftakt des antisemitischen Rassenwahns vom 1. April 1933 führte über weitere Diskriminierungen 1935 zu den „Nürnberger Gesetzen“, 1938 zur sogenannten „Reichskristallnacht“ und letztendlich zur Ermordung von Milionen Juden in den Ghettos und den Konzentrationslagern.

Fußnoten

  1. Zit n. W. Hundertmark; bearbeitet von Redaktionsgruppe SPURENSUCHE

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