Ausstellung mit Illustrationen von Marcel Fernandez Bücker im Haus der Wissenschaft
Wer waren die Menschen, deren Namen heute auf Stolpersteinen in Bremen zu finden sind? Die Ausstellung „Projekt Stolperstein: Biografien im Bild“ lädt dazu ein, vier ihrer Lebensgeschichten näher kennenzulernen. Sie erzählt von Menschen aus Bremen und Bremerhaven, die während der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt wurden und dabei unterschiedlichen Opfergruppen angehörten. Vom 17. Juni bis 27. Oktober sind die Illustrationen des Bremer Illustrators Marcel Fernandez Bücker im Haus der Wissenschaft zu sehen. Die Eröffnung findet am Mittwoch, den 17. Juni um 17 Uhr statt.
Kleine Messingtafeln auf Betonquadern im Straßenpflaster. Über 800 davon alleine in Bremen. Jede einzelne steht für ein Leben. Eingelassen vor dem letzten bekannten Wohnort erinnern die sogenannten Stolpersteine an Personen, die im Nationalsozialismus verfolgt, entrechtet und ermordet wurden. Von dem Bildhauer Gunter Demnig 1995 ins Leben gerufen, tragen sie dazu bei, die Erinnerung an die Opfer am Leben zu halten. Als regionales Projekt konzipiert, versucht Marcel Fernandez Bücker sich diesen Biografien zeichnerisch anzunähern. In Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung und dem Verein Erinnern für die Zukunft e. V. sind illustrierte Biografien entstanden, die individuelle Lebenswege sichtbar machen und einen persönlichen Zugang zur Geschichte eröffnen. Neben den Biografien zeigt die Ausstellung auch Skizzen und Entwürfe, die Einblicke in den Arbeitsprozess ermöglichen und aufzeigen, wie aus historischer Recherche und künstlerischer Auseinandersetzung ein Erinnerungsprojekt entsteht.
Marcel Fernandez Bücker (27) studiert Illustration an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW). In seiner Arbeit beschäftigt er sich vor allem mit grafischem Erzählen. Zuvor studierte er Soziologie an der Universität Bremen.
„Projekt Stolperstein: Biografien im Bild“ ist eine gemeinsame Ausstellung von der Landeszentrale für politische Bildung Bremen, dem Verein „Erinnern für die Zukunft e.V.“ und dem Haus der Wissenschaft Bremen.