Synagoge Aumund

Das Bild zeigt die Täter, die am 10. November 1938 die Aumunder Synagoge in Brand steckten
Bild von den Tätern
Dieses Bild zeigt Bevölkerung und Täter Hand in Hand bei der Verbrennung der Aumunder Synagoge am 10. November 1938
Aumunder Synagoge - Bevölkerung und Täter Hand in Hand
Synagoge Aumund vor der Evang. Kirche/Staatsarchiv Bremen
Das Bild zeigt ein Mahnmal zum Gedenken an die Zerstörung der Aumunder Synagoge
Mahnmal zum Gedenken an die Zerstörung der Aumunder Synagoge
10. November 1938
Neue Stra­ße / An der Au­mun­der Kirche, Bremen-Aumund

Im Jahre 1834 erwarben jüdische Bürger in Aumund ein Grundstück an der heutigen Ecke Neue Straße/An der Aumunder Kirche und errichteten hier eine Synagoge. Sie verfügte im unteren Bereich über fünfzig Männerplätze mit einem Almemor (Altartisch) in der Mitte für zehn Thorarollen. Auf der Empore fanden fünfzig Frauen Platz. Im Haus befanden sich eine Mikwe (Ritualbad), ein Klassenzimmer für den Religionsunterricht sowie eine Wohnung für den Hausmeister.

Am Morgen des 10. November 1938 unterrichtete der SA-Sturm­bann­füh­rer Ernst Röschmann den Bürgermeister von Vegesack Heinrich Hillmann, dass die Synagoge abzubrennen sei. Gegen 10 Uhr begann eine Gruppe von 10 bis 12 SA-Männern die Synagoge zu beschädigen, zwischen 14.30 Uhr und 15.30 Uhr wurde sie in Brand gesteckt. Vor Ort war der Fo­to­graf Heit­kamp an­we­send. Seine Bil­der zei­gen die Vor­be­rei­tung und Aus­füh­rung der SA- Ak­ti­on. Neben zahl­rei­chen Zuschauern sind u.a. auch Röschmann und Hillmann auf den Fotos zu sehen.

Nach 1945 wur­den die ver­ant­wort­li­chen vor Ge­richt ge­stellt, aber vom Vor­wurf der Brand­stif­tung frei­ge­spro­chen. Eine erneute Schwurgerichtsverhandlung im Mai 1950 sprach den Angeklagten Röschmann vom Vorwurf der Brandstiftung frei, hielt ihn jedoch des Landfriedensbruchs für schuldig und erkannte auf eine Gefängnisstrafe von einem Jahr – unter Anrechnung der Untersuchungshaft; Hillmann wurde freigesprochen.

38 jü­di­sche Mit­bür­ger*in­nen aus Au­mund, Blu­men­thal und Ve­ge­sack wur­den mit wei­te­ren Ver­folg­ten aus Bre­men im No­vem­ber 1941 in das Ghetto Minsk de­por­tiert, wo sie den Entbehrungen erlagen oder in einer der Vernichtungsaktionen ermordet wurden. Im Som­mer 1942 wur­den wei­te­re, vor­nehm­lich äl­te­re Men­schen in das Ghetto Theresienstadt de­por­tiert. Dar­un­ter auch der lang­jäh­ri­ge Ge­mein­de­vor­ste­her Ja­cob Wolff mit sei­ner Fa­mi­lie. Er verstarb im Dezember 1942 im Ghetto The­re­si­en­stadt.

1978 wurde auf dem Synagogenplatz erstmals eine Bronzetafel installiert. Am 8. November 2007 erhielt der Platz vor der Gedenkstätte den Namen Jacob-Wolff-Platz. Die Gedenkstätte wurde von der Bildhauerin Clarissa Dietrich gestaltet.

Quelle: Ingbert Lindemann, „Zur Geschichte von Bremen-Nord“; Karsten Ellebrecht, „Zur Zerstörung der Synagoge in Aumund.“ in: Ahlers, Wiltrud/Christoffersen, Peter/Cochu, Michael/Johr, Barbara (Hrsg.): Stolpersteine in Bremen, Region Nord, Bremen 2013

Veröffentlicht am

Diese Seite wurde zuletzt am 28. Februar 2021 geändert

Ein Hinweis zu “Synagoge Aumund”

  1. Bernd Suhr sagt:

    Hallo JohnyB.,

    der o.g. Kontakt wurde hergestellt. DANKE !

    Zwischenzeitlich ist das Thema „Aumunder Synagoge , Jacob-Wolff-Platz, … “ in einem Teilfilm innerhalb des Filmbeitrages „Vegesackimpressionen“ entstanden, der als Dauerschleife im neu eröffneten Vegesacker Bürgerhaus gezeigt werden wird.

    Grüße

  2. Bernd Suhr sagt:

    Hallo,
    habe Interesse an weiteren Infos zur ehemaligen jüdischen Synagoge in Bremen-Nord und erbitte Telefonangabe zwecks Kontaktaufnahme. DANKE !!!

    MfG
    B. Suhr ( 12.8.2013 )

    1. JohnyB sagt:

      Lieber Herr Suhr,
      am Besten wenden Sie sich an die Initiative „Internationale Friedensschule Bremen“ unter 0421 662115, Herrn Gerd Meyer oder gerdmeyer@friedensschule-bremen.de zu erreichen. Er kennt am Besten die Situation in Bremen Nord und kann ggf. Kontaktpersonen benennen.
      Wünsche Ihnen viel Erfolg.
      John Gerardu

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