DENKORTE Stele für verfolgte Sinti und Roma

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8. Mai 1943
Friedhof Buntentor, Eingang Kornstraße 83, Bremen-Neustadt

In der Neustadt findet man an mehreren Orten sogenannte DENKORTE-Tafeln- und -Stelen. Sie wurden seit 2016 mit freundlicher Unterstützung des Neustädter Beirats von der DENKORTE-Initiative aufgestellt und erinnern den Betrachter*innen an die Zeit des Nationalsozialismus in diesem Stadtteil.

Die im November 2022 auf dem Friedhof Buntentor aufgestellte Stele erinnert an die NS-Verfolgung von Sinti und Roma. Mit der Stele soll daran erinnert werden, dass Sinti und Roma schon lange zur Neustadt gehören. Die Familie vom Sinto Johann Dickel fühlte sich hier offensichtlich so wohl, dass sie nach seinem Tod im Jahre 1929 den Friedhof als Ruhestätte für ihn aussuchte.
Die Familie Dickel war jedoch nicht die einzige Sinti-Familie in der Neustadt. Die Familien Fischer und Blum wohnten in der Gellerstraße. Von dort betrieben sie ihr Schaustellergewerbe.
Auf dem ehemaligen Schulhof der im Zweiten Weltkrieg durch Bomben zerstörten Grundschule im Geschwornenweg stellten Sinti, die die KZ‘s überlebt hatten, ihre Wohnwagen auf. Andere wurden an der Duckwitzstraße in einem Lager untergebracht, in dem wahrscheinlich früher sowjetische Kriegsgefangene untergebracht waren. Anschließend wurden solche Lager aufgelöst und man zwang die Familien sich im ehemaligen KZ Riespott, auf dem Gelände der Stahlwerke, niederzulassen. Von dort wurden sie 1955 ‚umgesiedelt‘ und auf einem Gelände neben der Mülldeponie an der Warturmer Heerstraße, ebenfalls in der Neustadt, untergebracht.
Erst in den 1970er-Jahren gelang es den ersten von ihnen, Wohnungen im gesamten Bremer Stadtgebiet zu erlangen.
Der Bremer Sinti Verein e.V., der auch die Interessen der hier lebenden Roma vertritt, ist ebenfalls seit seiner Gründung im Jahre 1979, in der Neustadt vertreten. Die Geschäftsstelle befindet sich aktuell in der Thedinghauser Straße 105.

Quelle: Hes­se, Hans, Fried­hof Bun­ten­tor. Denk­mä­ler der Zu­kunft. Grä­ber NS-ver­folg­ter Sin­ti und Roma auf dem Bun­ten­tor­fried­hof, Bre­men 2022

Veröffentlicht am

Diese Seite wurde zuletzt am 17. September 2022 geändert

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