Maria Krüger: ein Leben für Kinder

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Maria-Krueger
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Jute-Bremen
Maria Krüger, 1947
8. August 1943
Maria Krüger Straße, Bremen

Maria Krüger wird am 17. Oktober 1907 als Tochter des Horner Pastors Gustav Fraedrich in Gotha geboren. Ihre Familie zieht 1918 mit 5 Kindern nach Bremen, wo der Vater eine Stelle in der Kirche an der Berckstraße in Horn antritt. Maria absolviert das Lyzeum und erlernt an der Frauenfachschule den Beruf einer Kindergärtnerin, später bildet sie sich weiter zu einer Sonderschullehrerin. Nachdem sie am Anfang ihrer Berufsjahre im Betriebskindergarten der Bremer Jutespinnerei tätig wird, wird sie später u. a. im Isenbergheim, sowie in der ehem. Sonderschule in Oslebshausen arbeiten. Ihre Aufmerksamkeit gilt insbesondere den Kindern aus ärmlicheren Verhältnissen.

1929 lernt Maria im Freundeskreis ihren ersten Mann, den Kommunisten und Gerichtsreferendar Klaus Bücking (1908–1980) kennen. Die beiden werden ein Paar. Zu ihrem erweiterten Freundeskreis gehören zwei weitere Bücking-Brüder, Peter und Hans, Gustav Böhrnsen, Hermann Meyerhoff und Heiner Oliver, aber auch Margarete und Eva Spitta sowie der spätere Bundespräsidenten Carl Carstens.

Durch Bücking kommt Maria bereits früh zur Roten Hilfe und wird 1931 Mitglied der KPD. Im Frauenerwerbs- und Ausbildungsverein ist sie zudem bis 1933 aktiv. In der Zeit des Nationalsozialismus wird sie ihren Schulberuf aufgeben müssen. Nach dem „Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums“ ist sie aus dem Schuldienst entlassen worden. Stattdessen betreibt sie in der Lloydstraße eine Leihbücherei. Die Bücherei ist zeitweilig konspirativer Treff. Gemeinsam mit Klaus und anderen Genossen*innen stellt Maria Linolschnitte her, mit denen Losungen an Hauswände gedruckt werden.

Mitte April 1933 wird Klaus Bücking von den Nationalsozialisten verhaftet und zuerst ins Ostertorgefängnis, anschließend ins KZ Mißler gebracht. September 1934 entbindet Maria ihren gemeinsamen Sohn Jan. Kurz danach heiraten die Beiden. Am 29. Dezember 1936 bekommen sie einen weiteren Sohn, Bernd. Klaus Bücking ist zu diesem Zeitpunkt schon wieder inhaftiert. Zunächst im KZ Fuhlsbüttel bei Hamburg, später im Gefängnis in Oslebshausen. Im Prozess vor dem Hanseatischen Oberlandesgericht in Bremen erhält er acht Jahre Zuchthaus. Unter dem Druck der Haft rückt Bücking offensichtlich von seiner bisherigen politischen Einstellung ab. Seine Frau bemerkt diese Veränderungen während ihrer Besuche im Gefängnis, was sich negativ auf ihre Beziehung zu ihm auswirkt.

1942 wird Maria Krüger im Rahmen einer größeren Polizeiaktion gegen die Abshagen/Bästlein/Jacobs- Widerstandsgruppe verhaftet und über ein Jahr im Zuchthaus in Hamburg-Fuhlsbüttel eingeschlossen.

1944 trennt sich Maria Bücking nach ihrer Haftentlassung von dem noch inhaftierten Klaus Bücking im beiderseitigen Einvernehmen. Trotz allem bleiben sie sich ein Leben lang freundschaftlich verbunden. Anschließend heiratet Maria den Kommunisten Werner Krüger. Mit ihm zusammen wird sie eine weitere Tochter, Annekatrin, bekommen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg beteiligt sich Maria am Aufbau der KPD und wird von 1951 bis 1959 für die KPD sogar Abgeordnete in der Bremischen Bürgerschaft. Am 13. August 1987 verstarb sie in ihrer Heimatstadt Bremen.

Die Bremer*innen ehren das Engagement der Maria Krüger in dem sie in Oslebshausen eine Straße nach ihr benennen.

 

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Diese Seite wurde zuletzt am 15. April 2020 geändert

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