Walter Magnus van Perlstein: ein antifaschistischer Kulturschaffender

Am Brahmkamp 26, Horn-Lehe, Bremen

Walter van Perlstein wurde am 12.03.1901 als Sohn eines Kaufmanns in Köln am Rhein geboren. Nach dem Abitur folgt er eine kaufmännische Lehre. Zeitlebens interessierte er sich für das Theater und folgt bereits als junger Mann in seiner Freizeit Vorlesungen an der Kölner Universität und am theaterwissenschaftlichen Institut. Am Kölner Schauspielhaus nahm er Schauspielunterricht undbeschäftigt sich als Hilfsregisseur und Spielleiter.  Später geht er auf Tourneen in Belgien und Holland. Walter van Perlstein geniess als Schauspieler und Dramaturg, nicht nur bei den Künstlerinnen und Künstlern, großes Ansehen. Van Perlstein arbeitet aktiv mit in der Bühnengenossenschaft, weshalb er häufig ohne Engagement am Theater bleibt. Aus diesem Grund zieht er 1931 nach Bremen um, denn aus dieser Stadt kommt seine Frau Gerda Hillmann, die er 1929 geheirat hat.
Van Perlstein betätigt sich in der Hansestadt aktiv in der kommunistischen Bewegung, insbesondere in dessen kulturellen Aktivitäten, aber offensichtlich auch im Rotfrontkämpferbund. Er inszeniert publikumswirksame Aufführungen, was bewirkt, dass die Nazis auf ihn Aufmerksam werden. Vom 30.04. – 17.05.1933 wird er deshalb im KZ Mißler in „Schutzhaft“ genommen. Im Lager muss er schwere körperliche Arbeit verrichten und wird dort auch misshandelt.

Nach seiner Entlassung ist er zeitweilig als Provisionsreisender für eine Radio-Firma tätig. Seine Ehe mit Gerda Hillmann wird 1935 geschieden. 1936 heiratet van Perlstein erneut. Seine Frau war im bremischen Staatsdienst, hatte aber auf Grund des Berufsbeamtengesetzes ihre Stelle verloren; sie arbeitet in derselben Radio-Firma wie Perlstein. Durch seine Ehefrau kommt van Perlstein in Kontakt mit zionistischen Kreisen. In seinem Lebenslauf schrieb er: „Ich war bereit, mich aktiv an dem Neuaufbau einer Heimat zu beteiligen und bereitete mich mit meiner Frau bereits vor, einen neuen Wirkungskreis zu suchen. Mein Bruder (Oskar, später als Buchhalter in einem Kibbuz lebend) und die Verwandten meiner Frau in Palästina wollen uns dabei behilflich sein.“

Gemeinsam mit Konrad Blenkle ist van Perlstein aktiv am antifaschistischen Widerstand beteiligt, organisierte z. B. auf einer Parzelle im Blockland eine illegale Maifeier oder verfasste Flugblätter. Am 02.09.1936 wird van Perlstein verhaftet und am 18.02.1938 im Prozess gegen Lührs u. A. vom OLG Hamburg wegen Vorbereitung zum Hochverrat zu 5 Jahren Zuchthaus und 5 Jahren Ehrverlust verurteilt. Seine Akte zeigt das berüchtigte „T“ -Rückkehr unerwünscht!

Im Zuchthaus Oslebshausen verbüßt er die Untersuchungs- und Strafhaft.  Nach der Strafverbüßung wird van Perlstein am 04.09.1941 ins KZ Mauthausen überführt. Dort ist er am 06.12.1941 verstorben, angeblich auf der Flucht erschossen.

An seiner letzen Wohnadresse in Horn-Lehe befindet sich einen „Stolperstein“.

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