Zwangsarbeiter in den Häfen

Dieses Bild zeigt eine restaurierte Freske im Ulrich Schuppen
Dieses Bild zeigt den Ulrich Schuppen von heute
1. November 1944
Fabrikenufer 9 / 10, Bremen
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Im Getreidehafen am Fabrikenufer lag der ehem. Schiffsfrachter „Admiral Brommy“1. Im Zweiten Weltkrieg lebten auf diesem Schiff  mehrere Tausend Zwangsarbeiter unter unmenschlichsten Bedingungen. Zuerst wurden hier ab Juli 1940 freiwillige niederländische Fremdarbeiter sowie französische Kriegsgefangenen, die als Zwangsarbeiter eingesetzt wurden, untergebracht.  Nach Intervention des Internationalen Roten Kreuzes wurden diese in festen Unterkünften am Land, z. B. im sog. Ulrich Schuppen, untergebracht. Stattdessen brachte man anschließend wiederum ukrainische Zwangsarbeiter unter auf dem Schiff. Am 13. Dezember 1943 brannte das Schiff, nachdem es von alliierten Bomben getroffen worden war, völlig aus und versank im Hafen.

Unweit des Liegeplatzes dieses Schiffes standen am Ufer auch einige Baracken für Frauen, die ebenfalls als Zwangsarbeiterinnen eingesetzt wurden. Außerdem gab es mehrere kleinere Zwangsarbeiterlager. Wie z. B. an der Straße „Am Holzhafen“ etwa auf dem Grundstück, wo sich heute die Firma Wandel und Co befindet.

Einige der Ulrich-Schuppen auf dem Fabrikenufer 9/10 dienten als Zwangsarbeiterlager, insbesondere für französische Kriegsgefangenen. Dort befanden sich gegen Kriegsende noch 983 Zwangsarbeiter. Von ihnen stammen die Wandmalereien, die heute, nachdem sie von den Wänden gelöst wurden, im Bremer Staatsarchiv ausgestellt sind. Am 18.12.1943, also kurz nachdem die „Admiral Brommy“ versank, gelang 54 französische Kriegsgefangenen die Flucht aus dem Lager.

Gerne wird an dieser Stelle auf die zu diesem Thema zugehörigen Dokumente im Bremer Hafenmuseum hingewiesen.

Fußnoten

  1. Zit n. W. Hundertmark; bearbeitet von Redaktionsgruppe SPURENSUCHE

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