Zwangsarbeiter in den Häfen

Dieses Bild zeigt eine restaurierte Freske im Ulrich Schuppen
Restaurierte Freske im Ulrich Schuppen
Dieses Bild zeigt den Ulrich Schuppen von heute
Ulrich Schuppen - Heute
1. November 1944
Fabrikenufer 9 / 10, Bremen

Der ehem. Schiffsfrachter „Admiral Brommy“ wurde 1924 zu einem Wohnschiff umgebaut und lag fest vertäut im Hafenbecken vom Getreidehafen am Fabrikenufer. Anschließend wurde es als Ausbildungs- und Schulschiff eingesetzt und wurde zu Kriegsbeginnen 1939 zeitweilig festgehalten in Murmansk. Kapitän und Besatzung gelang es jedoch nach Bremen zu entkommen.
Während des Zweiten Weltkriegs lebten auf diesem jetzt wieder als Wohnschiff genutzten Kahn  mehrere Tausend Zwangsarbeiter unter zum Teil unmenschlichen Bedingungen.
Zuerst wurden hier ab Juli 1940 300 freiwillige niederländische Fremdarbeiter sowie 690 französische Kriegsgefangenen, die als Zwangsarbeiter eingesetzt wurden, untergebracht.  Nach Intervention des Internationalen Roten Kreuzes wurden diese in festen Unterkünften am Land, z. B. im sog. Ulrich Schuppen, verlegt. Stattdessen brachte man auf der „Admiral Brommy“ trotzdem wieder über 1.000 sowjetische Zwangsarbeiter unter.
Am 13. Dezember 1943 brannte das Schiff, nachdem es von alliierten Bomben getroffen worden war, völlig aus und versank im Hafen.

Unweit des Liegeplatzes dieses Schiffes standen am Ufer auch einige Baracken für Frauen, die ebenfalls als Zwangsarbeiterinnen eingesetzt wurden. Außerdem gab es weitere kleinere Zwangsarbeiterlager, wie z. B. an der Straße „Am Holzhafen“, in etwa auf dem Grundstück, wo sich heute die Firma Wandel und Co. befindet.

Einige der Ulrich-Schuppen auf dem Fabrikenufer 9/10 dienten – wie bereits erwähnt – als Zwangsarbeiterlager, für französische Kriegsgefangenen. Gegen Kriegsende befanden sich hier noch 983 dieser Kriegsgefangenen. Von ihnen stammen die Wandmalereien, die heute, nachdem sie von den Wänden gelöst wurden, im Bremer Staatsarchiv ausgestellt sind. Am 18. Dezember 1943, also kurz nachdem die „Admiral Brommy“ versank, gelang übrigens 54 französische Kriegsgefangenen die Flucht aus dem Lager.

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Diese Seite wurde zuletzt am 8. Januar 2022 geändert

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