WESER-KURIER sucht Bremer mit NS-Parteimitgliedern in eigener Familie

Der Online-Zugriff auf die Mitgliederkartei der NSDAP hat zu einem Rechercheboom geführt. Der WESER-KURIER sucht jetzt Bremer, die eigene Verwandte gefunden haben – und hilft, wenn sie mehr erfahren wollen.
War Opa Mitglied der NSDAP? Diese Frage treibt derzeit viele Menschen in Deutschland um – seit das US-Nationalarchiv die zu einem großen Teil erhaltenen Datensätze der Mitgliederkartei im März online gestellt hat. Und mehr noch, seit erst die Wochenzeitung „Die Zeit“ und später das Magazin „Der Spiegel“ die Recherche mit eigenen Suchmaschinen enorm erleichtert haben. Beide Medien verzeichnen Millionen von Zugriffen.
Doch was, wenn man fündig geworden ist? Historiker sind sich einig: Dabei kann es nicht bleiben.
Die Gewissheit, dass Großeltern oder andere Angehörige der Hitler-Partei angehörten, sollte zu weiteren Nachforschungen ermuntern. Warum der Eintritt vor oder nach 1933? Was hat die eigenen Verwandten getrieben? Handelte es sich um überzeugte Anhänger der Nazi-Ideologie? Oder wollten sie womöglich nur Ärger vermeiden? Haben sie vielleicht vom Regime profitiert? Oder ist etwas dran an der vielfach vorgebrachten Behauptung, man habe dem NS-Staat von innen heraus die Stirn bieten wollen?

Solche Fragen sind nur noch schwer zu beantworten. Ehemalige Parteimitglieder sind kaum noch am Leben. Bleibt die Überlieferung in der Familie. Doch oft genug wurde die braune Vergangenheit mit einem Mantel des Schweigens bedeckt. Auch das ist ein Teil der Geschichte – welche Rolle spielte das „Dritte Reich“ in der Familie, vor allem die eigene Verstrickung?

Der WESER-KURIER sucht nach Leserinnen und Lesern, die sich auf die Suche begeben haben und auf Parteimitglieder in ihrer Familie gestoßen sind. Erzählen Sie uns von Ihren Beweggründen und davon, wie Ihre Familie mit der NS-Vergangenheit umgegangen ist. Die einzige Voraussetzung: Die familiären Parteimitglieder müssen in Bremen gelebt haben.
Bei weitergehender Recherche bietet der WESER-KURIER seine Hilfe an. Ein gemeinsamer Besuch des Staatsarchivs Bremen kann unverhoffte Erkenntnisse zutage fördern. Denn dort lagern die Entnazifizierungsakten, die durchaus aufschlussreich sein können – gerade dann, wenn sie Leumundszeugnisse enthalten, die sogenannten Persilscheine. Oftmals haben sich auch Tagebücher oder Briefe erhalten, die wegen der Verwendung der deutschen Schrift nur schwer zu entziffern sind.

Bei Interesse wenden Sie sich an frank.hethey@weser-kurier.de