Ausländische Kriegsgefangenen auf dem Stadtwerder

1. September 1939
Weg zum Krähenberg 33a, Bremen
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In einer Sporthalle auf dem Stadtwerder waren ab 1942 Kriegsgefangenen aus Frankreich, Belgien und Serbien eingesperrt. Als 1975 für die Einfahrt zur neuen Sportschule ein Teil des alten Weserdeiches abgetragen wurde, wurden an dieser Stelle drei nebeneinanderliegende Skelette freigelegt. Die Zeitzeugen Heini Reichel und Willy Hundertmark von der VVN-BdA in Bremen, begaben sich nach Erscheinen der Pressemeldung im Weser Kurier über Skelettfunde auf dem Gebiet sofort zur Fundstelle. Diese war zwar nicht mehr vorhanden, aber die Arbeiter bestätigten übereinstimmend den Fund. Eine Befragung der Parzellenbewohner ergab die Bestätigung, dass dort französische Zwangsarbeiter untergebracht gewesen waren. Da hier offensichtlich drei Personen einfach verscharrt worden waren, beantragte die VVN-BdA eine gerichtliche Untersuchung, ob hier ein Verbrechen vorlag, oder ob nur einfach aus Bequemlichkeit gehandelt worden war. Das wurde mit der Begründung abgelehnt, die Knochen stammten vom ehemaligen Friedhof, auf dem sich zu der Zeit das Arbeitsamt befand, mit dessen Erde der Weserdeich aufgeschüttet worden sei. Selbst auf den Hinweis, dass es unmöglich wäre, dass bei den Erdbewegungen drei vollständige Skelette und das noch nebeneinander zu liegen kommen, wurde geantwortet, eine Untersuchung der Knochen habe ergeben, sie wären vom Bremer Friedhof.

Inzwischen ist jedoch belegt, dass in einer der Sporthallen, die zum riesigen Sportgelände gehörten, das in der Zeit von 1937-1938 auf dem Stadtwerder angelegt wurde, Kriegsgefangenen untergebracht waren. Auf dem Gelände befanden sich u.a. weitere 16 Sportplätze und zwei Schießstände. Das Kriegsgefangenenlager “Sporthalle Stadtwerder” hatte die Bezeichnung 1236 und gehörte als Außenkommando zum Stalag Xc in Nienburg. Die Kriegsgefangenen wurden gezwungen in bremischen Betrieben zu arbeiten. Die Ursachen für den Tod und das anschließende Verscharren der Leichen der drei Franzosen können wahrscheinlich nicht mehr geklärt werden.

Heute befindet sich an der Stelle der ehem. Sporthalle die Jugendbildungsstätte Lidice-Haus .

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