Mord an Bauernfamilie im Blockland

Eröffnung des Blockland-Mord-Prozesses am 25. Februar 1946 im Bremer Schwurgericht. Ausstellungsmaterial ›Versöhnung im Alleingang‹ – Wilhadi-Gemeinde, Steffensweg 89
20. April 1945
Niederblocklander Hof Capelle, Bremen
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Polnische Zwangsarbeiter aus dem Lager Tipitz (Gröpelingen), die sich nach ihrer Befreiung zusammen getan hatten um nach Polen zu gelangen, besorgten sich 1945 von deutschen Wehrmachtsangehörigen weggeworfenen Waffen. Im Blockland wollten sie sich bei Bauern Essen besorgen. Familienvater Wilhelm Hamelmann wurde dabei am 20. November 1945 im Niederblocklander Hof Capelle durch Schüsse schwer verletzt und 12 seiner Angehörigen erschossen. Einer der Täter begründet die Tat, die er gemeinsam mit neun weiteren Landsleuten beging, folgendermaßen: “Ich habe mich für meine Eltern gerächt, sie wurden von der SS in Polen erschossen”.

Die zum Teil noch sehr jungen Täter wurden bis auf einen, gefasst und vier von Ihnen am 27.2.1946 von einem US-Amerikanischen Gericht zum Tode verurteilt. Das Urteil wird von einem amerikanischen Militärpolizeikommando vollstreckt auf einem Schießplatz am heutigen bremer Flughafengelände. Die Leichen wurden auf dem Osterholzer Friedhof beigesetzt. 4 Polen wurden zu langjährigen Haftstrafen verurteilt.

Ca. 20 Jahre nach ihrer Verurteilung wird sich das Opfer Wilhelm Hamelmann, der beim Überfall seine Frau, seine 4 Kinder, seine Eltern und Schwiegereltern verloren hat, für die Entlassung der verbliebenen Häftlingen einsetzen. Bereits zu ihrer Beerdigung hatte der schwerverletzte Hamelmann, der noch im Krankenhaus weilte,Bürgermeister Kaisen gebeten “die Grabreden nicht zur Verhetzung auszunutzen”.

Die Ereignisse im Blockland sind ausführlich dokumentiert in der Broschüre “Versöhnung im Alleingang – Die Blocklandmorde im November 1945, ihre Vorgeschichte und die Folgen” von Helmut Dachale (Herausgegeben vom Evangelischen Bildungswerk Bremen in Kooperation mit dem Kulturhaus Walle, 2013).

Ein Hinweis zu “Mord an Bauernfamilie im Blockland”

  1. Jörg Meyer sagt:

    Nur eine kleine Korrektur:
    Die Blocklandmorde geschahen am 20. November 1945 – nicht im April

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