KZ Außenlager Bahrsplate

Bild zeigt das Mahnmal in der Bahrsplater Straße
7. September 1940
Bahrsplate, Bremen
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Am Rönnebecker Hafen in Blumenthal liegt die Bahrsplate. Der herrlichen Grünanlage sieht man heute nicht an, dass sich hier im Zweiten Weltkrieg zwei Arbeitslager und ein KZ befanden, in denen Menschen zur Arbeit gezwungen wurden und einer unmenschlichen Behandlung unterlagen.

1942 pachtete die Deschimag/A.G. Weser das Areal des Volksparks Bahrsplate in Bremen-Blumenthal. Im östlichen Teil entstand ein sog. Ostarbeiterlager; hier wurden Zwangsarbeiter aus der Sowjet-Union untergebracht. Die Werft mietete ebenfalls Gebäude von der benachbarten Bremer Wollkämmerei, u.a. den sog. Hochbau an und sicherte sie gegen das restliche Firmengelände mit Zäunen ab. Hierarbeiteten die Arbeitskräfte aus dem Ostarbeiterlager.

Im westlichen Teil der Bahrsplate richtete die Firma Deschimag/A.G. Weser das sog. „Russenlager“ ein, in dem ca. 500 sowjetische Kriegsgefangenen untergebracht waren.

Nach deren Verlegung wurden im August 1944 Häftlinge des KZ Neuengammer bei Hamburg in den Baracken untergebracht. Dieses KZ-Außenlager war umgeben von doppeltem Stacheldrahtzaun und besaß einen Appellplatz, acht Baracken als Unterkünfte der Häftlinge, eine Schreibstube, ein Krankenrevier, ein Wirtschaftsgebäude, Sanitärgebäude und eine Kleiderkammer. Ca. 1.000 KZ-Häftlinge mussten für die Deschimag/A.G.Weser in den Metallwerkstätten des obengenannten Hochbaus auf dem Gelände der Bremer Wollkämmerei arbeiten. Ein zweites Arbeitskommando wurde bis zum 24.12.1944 täglich per Schiff zur Stammwerft der AG Weser in Bremen-Gröpelingen gebracht. Für einige Häftlinge gab es zeitweise Arbeitseinsätze beim Bau der U-Boot Werft „Valentin„. Die größten Häftlingsgruppen stellten in diesem Lager die Belgier (siehe Bild vom ehem. Häftling Jean-Marie van den Eynde), Franzosen, Polen und Sowjets; zeitweise gab es außerdem einen gesonderten Juden-Block. Die Wachmannschaften bestanden vorwiegend aus frontuntauglichen Marinesoldaten. Für das Lager ist ein spektakulärer, aber leider misslungener Ausbruchsversuch bekannt. Französischen Häftlingen gelang in mühevoller Nachtarbeit der Bau eines Tunnels von der längs der Weser gelegenen Baracke 7 unter dem doppelten Stacheldrahtzaun hindurch. Da der Tunnel jedoch ungenügend abgestützt war, brach er unter dem Gewicht eines Fahrzeugs zusammen.

Am Rande des Ortes Blumenthal gelegen, konnte das Lager von Anwohner/innen eingesehen werden. Als am 29. Oktober 1944 zwei Polen auf dem Appellplatz gehenkt wurden, wurden neben den angetretenen Häftlinge und Wachmannschaften auch viele Blumenthaler Zeugen der Hinrichtung.

Heute erinnern die Gedenkstätte “Rosen für die Opfer” und die Skulptur “Stein der Hoffnung” an das ehemalige Lager. Bisher sind die Namen von 124 Häftlingen bekannt und in den Steinen eingraviert, die an Krankheit, Hunger, Misshandlungen und Vernachlässigung zugrunde gegangen sind. Die Gedenkstätte und die Skulptur gehen zurück auf die Initiativen des antifaschistischen Arbeitskreises bzw. der Internationalen Friedensschule des Gustav-Heinemann-Bürgerhauses in Vegesack.
Der „Stein der Hoffnung“ wurde von einer Klasse der Berufsschule an der Alwin Lonke Straße entworfen und errichtet.

Ein Hinweis zu “KZ Außenlager Bahrsplate”

  1. Heide Rabe sagt:

    Zum Artikel hätte ich eine Frage.
    Gibt es heute noch Listen von „Angestellten“ des Lagers. Z.B. von Leuten, die in der sog. Schreibstube gearbeitet haben, beim „Personalchef“.
    Schöne Grüße
    heide Rabe

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