„Bambüddel“, das Kaufhaus der kleinen Leute

Das Bild zeigt das Bamberger Haus heute
Das Bild zeigt das Bamberger Haus um 1930
1. April 1933
Faulenstr. 69, Bremen

1929 wurde im Faulenquartier in Bremen vom jüdischen Kaufmann Julius Bamberger (1880-1951) das erste moderne Kaufhaus der Stadt eröffnet, das über 9 Stockwerke verfügte, die zum Teil über Rolltreppen mit einander verbunden waren. Von den Bremern/innen wurde es liebevoll „Bambüddel“ genannt. Insbesondere die Arbeiterbevölkerung aus dem Westen der Stadt kaufte hier gerne ein, wohl auch, weil Bamberger den Kunden das Anschreiben der Rechnungen erlaubte.

Einerseits auf Grund der weltweiten Wirtschaftskrise, andererseits auf Grund der Boykottmaßnahmen der NSDAP gegen von jüdischen Bürgern geführten Geschäften ging der Umsatz allmählich zurück. April ’33 wurde Julius Bamberger für mehrere Wochen inhaftiert. Auf ihn wurde seitens der NSDAP erheblichen Druck ausgeübt, sein Geschäft kostengünstig zu „verkaufen“. 1937 wurde die Firma aufgelöst, das Gebäude 1939 zwangsversteigert. Julius Bamberger gelang mit seinen beiden Kindern die Flucht nach USA, wo er 1951 in Los Angeles starb. Bei einem Bombardement in den letzten Kriegsmonaten wurde das Gebäude schwer beschädigt. Nach der Renovierung waren im Gebäude verschiedene Ämter untergebracht. Seit 2007 ist im nochmals neu renovierten Gebäude die Volkshochschule Bremen untergebracht. Im Treppenhaus erinnert eine Ausstellung am Leben Julius Bamberger.

Quelle: Günther Rohdenburg „Das war das neue Leben. Leben und Wirken des jüdischen Kaufhausbesitzers Julius Bamberger und seiner Familie“ (Edition Temmen, 2010)

 

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