Theophil Jazdziewski, als Reichsbannermann verfolgt und ermordet

Theophil Jazdziewski (Initiative Stolpersteine Bremen) I
8. März 1934
Oderstraße 109, Bremen-Neustadt

Theophil Johannes Jazdziewski (geb. 24. Juni 1878) kam ursprünglich aus Berlin, lebte aber seit 1904 in der Bremer Neustadt, genau genommen in der Oderstraße 109. Zusammen mit seiner Frau Paula hatte er fünf Kinder.

Der Maurer Jazdziewski engagierte sich in der Hansestadt politisch seit 1919 in der SPD. 1930 trat er dem Wehrverband „Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold“ bei, wohl auch, um den Angriffen auf die demokratische Ordnung durch die NSDAP und ihren SA-Verbänden etwas entgegen zu setzen. In seiner Verantwortung wurden bis Februar 1934 illegale Druckschriften, Flugblätter die das Reichsbanner aus Antwerpen bezog, verteilt. Auch sein Sohn, Theophil junior, war dabei aktiv.

Nach einer Gedenkveranstaltung für das von den Nationalsozialisten ermordete Reichsbanner-Mitglied Johann Lücke am 4. März 1934, also ein Jahr nach dessen Tod und der NS-Machtergreifung, wurden über 40 Reichsbanner-Mitglieder verhaftet. Die Zerschlagung der illegalen Reichsbanner Gruppe ging nicht zuletzt auf die Gestapo-Spitzeltätigkeit von Johann Föster zurück.
Unter den Verhafteten war auch Jazdziewski, der am 8. März 1934 festgenommen wurde. Er wurde zu vierundeinhalb Jahren Zuchthaus verurteilt, die er im Zuchthaus Oslebshausen verbrachte. Am Tag seiner Freilassung, dem 21. September 1938, wurde er von der Bremer Gestapo abgeholt und in sogenannte Schutzhaft in das KZ Buchenwald überführt. Von dort schickte man Theophil Jazdziewski in das KZ Dachau. Dort verstarb er, 63 Jahre alt, am 3. Juni 1941. Die Urne mit seiner Asche wurde auf dem Osterholzer Friedhof bestattet.

Vor dem ehemaligen Haus der Familie Jazdziewski in der Oderstraße 109 wurde im Jahr 2020 für Theophil ein Stolperstein verlegt.

Quelle: mit freundlicher Genehmigung der Initiative Stolpersteine Bremen

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Diese Seite wurde zuletzt am 27. Juli 2021 geändert

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