KZ Außenlager Bahrsplate

Bild zeigt das Mahnmal in der Bahrsplater Straße
7. September 1940
Bahrsplate, Bremen
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Am Rönnebecker Hafen in Blumenthal liegt die Bahrsplate. Der herrlichen Grünanlage sieht man nicht an, dass hier im Zweiten Weltkrieg ein KZ-Außenlager von Neuengamme eingerichtet wurde. Das Außenlager Blumenthal bestand von August 1944 bis zum Todesmarsch April 1945. Es war umgeben von doppeltem Stacheldrahtzaun und besaß einen Appellplatz, acht Baracken als Unterkünfte der Häftlinge, eine Schreibstube, ein Krankenrevier, eine Küche, ein Sanitärgebäude und eine Kleiderkammer. Ca. 1.000 KZ-Häftlinge mussten für die Deschimag/A.G.Weser in in Metallwerkstätten des sog. Hochbaus auf dem Gelände der Bremer Wollkämmerei arbeiten. Ein zweites Arbeitskommando würde bis zum 24.12.1944 täglich per Schiff zur Stammwerft in Bremen-Gröpelingen gebracht. Möglicherweise gab es weitere Arbeitseinsätze beim Bau der U-Boot Werft “Valentin“. Die größten Häftlingsgruppen stellten die Belgier, Franzosen, Polen und  Sowjets; zeitweise gab es außerdem einen gesonderten Juden-Block. Die Wachmannschaften bestanden aus frontuntauglichen Marinesoldaten.
Französische Häftlinge gelang in mühevoller Nachtarbeit der Bau eines Tunnels von der längs der Weser gelegenen Baracke 7 unter dem doppelten Stacheldrahtzaun hindurch. Da der Tunnel jedoch ungenügend abgestützt war, brach er unter dem Gewicht eines Fahrzeugs zusammen.
Am Rande des Ortes Blumenthal gelegen, konnte das Lager von Anwohnern eingesehen werden. Als am 29. Oktober 1944 zwei Polen auf dem Appellplatz gehenkt wurden, wurden neben  den angetretenen Häftlinge und Wachmannschaften auch viele Blumenthaler Zeugen der Hinrichtung.

Heute erinnern die Gedenkstätte “Rosen für die Opfer” und die  Skulptur “Stein der Hoffnung” an das ehemalige Lager. Bisher sind die Namen von 128 Häftlingen bekannt und in den Steinen eingraviert, die an Krankheit, Hunger , Misshandlungen und Vernachlässigung zugrunde gegangen sind.  Die Gedenkstätte und die Skulptur gehen zurück auf die Initiativen des  antifaschistischen Arbeitskreises bzw. der Internationalen Friedensschule des Gustav-Heinemann-Bürgerhauses in Vegesack. Der “Stein der Hoffnung” wurde von einer Klasse der Berufsschule an der Alwin Lonke Straße entworfen und errichtet.

Ein Hinweis zu “KZ Außenlager Bahrsplate”

  1. Heide Rabe sagt:

    Zum Artikel hätte ich eine Frage.
    Gibt es heute noch Listen von “Angestellten” des Lagers. Z.B. von Leuten, die in der sog. Schreibstube gearbeitet haben, beim “Personalchef”.
    Schöne Grüße
    heide Rabe

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