Ein “Judenhaus”, Kohlhökerstraße 6

Aktuelles Bild des ehemaligen Judenhauses in der Kohlhöker Straße, Bremen
18. November 1941
Kohlhökerstraße 6, Bremen
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Das Haus, urkundlich erstmals 1875 erwähnt und bewohnt von Senator (ab 1890 Bürgermeister) Dr. Alfred Pauli (1827-1915), wurde 1934 von Alfred Grünberg, einem Kaufmann, und seiner Frau Amalie, geborene Goldberger, erworben. Nach deren Auswanderung in die USA wurde das Haus 1938 per Notariatsvertrag an die Israelitische Gemeinde übereignet. Es diente nach der Zerstörung der Synagoge in der Pogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 bis zum Jahr 1941 als “Jüdisches Gemeindehaus” bzw. “Judenhaus”. In Parterre waren ein Betsaal, ein Unterrichtsraum und eine Kleiderkammer untergebracht. Im 1. Stock waren Verwaltungsräume der Jüdischen Gemeinde und des Hilfsvereins, im 2. Stock ein Buchhaltungsraum und Wohnräume. Die Räumung des Hauses erfolgte im Dezember 1941, nachdem die Bewohner am 18. November 1941 zusammen mit insgesamt 570 Juden aus Bremen und Umgebung nach Minsk deportiert worden sind. Zum Zeitpunkt der Deportation wohnten im Haus Kohlhökerstraße 6 ein Kind und vierzehn Erwachsene, darunter der Gemeindevorsteher Joseph Platzer.

Es gibt ein Gedicht mit dem Titel “Kohlhökerstraße 6″, das in dem Buch Schutzschirmsprache. Politische Lyrik und Cartoons, Rudolph Bauer/Lothar Bührmann veröffentlicht ist, dessen Text samt Anmerkung uns freundlicherweise zur Verfügung gestellt wurde: Gedicht von Rudolph Bauer

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