Lager Osterort und Rießpott auf der Norddeutschen Hütte

Das Bild zeigt die Gedenkstätte auf dem Gelände der Stahlwerke in Bremen
6. April 1945
Carl-Benz-Straße (Stahlwerke Bremen) 30, Bremen
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Auf dem Gelände der heutigen Stahlwerke Bremen befanden sich von 1935 – 1945 große Lager für KZ-Häftlinge, Kriegsgefangene (Franzosen, Engländer und Kanadier, Russen und Polen) und Zwangsarbeiter. Es handelt sich dabei um die Lager Riespott und Osterort. Ursprünglich wurden sie gebaut um sog. Arbeitsdienstwillige unterzubringen, die u.a. beim Deichbau oder der Schaffung von Kulturland eingesetzt wurden.
Die Häftlinge, Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene kamen aus dem Lager Neuenland.  Lagerleiter war, wie im Lager Neuenland, Hugo Benedict. Die Baracken befanden sich auf dem Firmengelände der damaligen Norddeutsche Hütte AG, wo damals Otto Hoffmann Betriebsdirektor war. Er war verantwortlich für den Arbeitseinsatz der Häftlinge.

Die meisten Häftlinge wurden eingesetzt beim Bau des U-Bootbunkers „Hornisse“ (Jetzt Kap Horn Straße). Jedoch wurden 50 der 1.000 Insassen einem eigenen Arbeitskommando zugeordnet und am Hochofen der Hütte eingesetzt.

Die Räumung des Lagers erfolgte am 6. April 1945. Die Gefangenen wurden zunächst ins Lager Farge verlegt. Von dort aus wurde ein Teil zum KZ Neuengamme und ein anderer Teil zum Auffanglager Sandbostel bei Bremervörde transportiert. Später werden alle zur Lübecker Bucht gebracht, wo sie in große Dampfschiffe steigen sollen. Diese werden von der allierten Luftwaffe bombardiert. Die meisten Häftlingen finden hierbei den Tod, entweder durch ertrinken im eiskalten Ostsee-Wasser oder durch die Explosion der Bomben.

Nach 1945 dient das Lager Riespott noch eine Weile als Auffang für Flüchtlinge (u.a. aus Danzig) und für Familien, deren Häuser im Westen der Stadt von Bomben zerstört worden waren. Ab 1947 wurden im Riespott  inhaftierte Nazis aus Bremen und Umgebung untergebracht, darunter auch der ehem. Bremer Polizei- und Justizsenator Laue.

Von den beiden Lagern sind keine Reste übriggeblieben. Dort, wo sie einst standen, befinden sich jetzt die Hochöfen und die Sinderanlage.

Quelle: “Riespott – KZ an der Norddeutschen Hütte, Berichte, Dokumente und Erinnerungen über Zwangsarbeit 1935-1945″ herausgegeben im Jahr 1984 von einer Kollegengruppe der Klöckner Werke AG Bremen.

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