Bremer Polizei – Freund und unerbittlicher NS-Helfer

Bild vom Volksfeiertag. „Polizeiherr“ Theodor Laue schreitet die Front der Polizei ab.
Bild vom 30. April 1937, Beamte der Kriminalpolizei auf dem Flur des Polizeihauses in Bremen
Das Bild zeigt das Polizeihaus am Wall
21. März 1933
Am Wall 201, Bremen
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Seit 1909 war die Polizei in Bremen im Gebäude am Wall untergebracht. Nach der Niederschlagung der Bremer Räterepublik in 1919 wurde die Polizei maßgeblich unter dem ex-Freicorpsleiter Walter Caspari umstrukturiert. Sie erhielt u.a. eine soldatische Ausrüstung und während der Ausbildung wurden die angehenden Schutzmänner kaserniert untergebracht. Nach der Machtübernahme der Nazis 1933 wurde auch die Polizei den politischen Zielen dieser untergeordnet. Die Politischen Polizei, als Teil der Kripo, wurde am 16.06.1933  in „Geheime Staatspolizei“ (Gestapo) umbenannt. Sie war durchsetzt mit Freicorpsmitgliedern, die Ende des Ersten Weltkrieges gegen die Bremer Räterepublik eingesetzt worden waren. Am 6. März 1933 hatten die Nazis vollends den Apparat dieser Zentralpolizeistelle übernommen; insbesondere die Karteidaten und Spitzelverbindungen standen nunmehr den Nazis für die Ausübung ihres Terrorsystems zur Verfügung.

Nicht nur die Gestapo, sondern alle Sparten der Polizei in Bremen arbeiteten mit an der Durchsetzung der Ziele des NS-Staates. Dies geschah nicht widerstrebend oder unter Zwang, sondern freiwillig oder aus Opportunismus. Viele Polizeibeamte in Bremen schlossen sich nach der Machtergreifung Hitlers der „Regierung der nationalen Erhebung“ an und wurden Mitglied der NSDAP oder ihrer Gliederungen.

Eine der ersten Gelegenheiten, die Verbundenheit der Polizei mit dem „neuen“ Staat zu zeigen, war der 21. März 1933. In der Potsdamer Garnisonskirche wurde an diesem Tag der neue Reichstag eröffnet. Reichspräsident von Hindenburg und Reichskanzler Hitler reichten sich symbolträchtig die Hand. Auf dem Bremer Marktplatz paradierte anlässlich des „Tages von Potsdam“ die Ordnungspolizei einträchtig neben der SA, SS und dem „Stahlhelm“.

Auch Bremens Polizei verstand sich fortan als „Hüterin“ des nationalsozialistischen Staates. Hitler formulierte 1937 dazu den Leitgedanken: „Jeder Polizist ist als Repräsentant des Staates der beste Freund des Volkes. Als Repräsentant des Staates ist er aber auch der uner­bittliche Vertreter der Volksgemeinschaft gegenüber jenen asozialen verbrecherischen Ele­menten, die sich an ihr versündigen.“ Heinrich Himmler stellte die Polizei weitgehend außer­halb des Gesetzes. Sie sollte nur nach den Befehlen der Führung des Staates bzw. der Partei tätig werden. Der Chef der Ordnungspolizei Daluege brachte es 1937 auf den Punkt: „Die deutsche Polizei soll eine festgefügte, auf die Befehle des Führers wartende Gemeinschaft von Nationalsozialisten sein, die… sich in ständiger Einsatzbereitschaft nach den jeweiligen Aufgaben richtet, die ihr zum Wohle der Volksgemeinschaft gestellt werden…“ Um diese Verbundenheit mit der „Volksgemeinschaft“ deutlich zu machen, wurde seit 1934 in ganz Deutschland alljährlich ein „Tag der Deutschen Polizei“ organisiert.

Diesen Beitrag konnten wir mit freundlicher Erlaubnis der Projektgruppe der Bremer Ausstellung „Polizei.Gewalt. Bremens Polizei im Nationalsozialismus“ von 2011 entnehmen.

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