Das Arbeitserziehungslager Farge

1. Januar 1940
Lagerstraße, Bremen
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Wer in Bremen die Arbeit verweigert oder nicht „ordentlich“ arbeitet, den wies die Gestapo für einige Zeit in ein Arbeitserziehungslager (AEL) ein. Die ersten dieser staatspolizeilichen Sonderlager wurden ab 1940 errichtet, darunter das AEL Bremen-Farge. Erst nachträglich regelte 1941 ein Erlass, dass in diesen Lagern Ausländer und Deutsche lernen sollten, wie man „ordentlich“ arbeitet.

Faktisch waren diese Lager ein Disziplinierungsinstrument des NS-Regimes. Die Einweisung in ein AEL erfolgte auf Antrag der Betriebe, die Überwachung durch Kräfte der Gestapo. Als Strafmaßnahme zugelassen waren Essensentzug, erschwerte Arbeit und Strafarrest. Die Zustände im Lager Bremen-Farge sind fürchterlich, die Fachliteratur nennt es heute „Todeslager“, die Bremer nannten es damals „Männervertilgungslager“.

Ab 1943 begann die Gestapo das Lager für weitere Gruppen als Haftort zu nutzen. Es entwickelte sich zum „erweiterten Polizeigefängnis“. Nach dem Attentat auf Hitler vom 20. Juli 1944 sperrte die Gestapo im Zuge einer „Aktion Gitter“ Angehörige der politischen Linken in Farge ein: frühere Mitglieder der Bürgerschaft, ehemalige Senatoren, Gewerkschafter. Bei einer „Sonderaktion J“ werden 1944 etwa 230 „Judenmischlinge“ in Farge eingeliefert, um sie zum „Arbeitseinsatz“ zu bringen.

Diese AEL lag am Nordrand des Kriegsmarinetanklagers Farge an der Straße “An der Kaserne”.

Aushänge im Betrieb

Diesen Beitrag konnten wir mit freundlicher Erlaubnis der Projektgruppe der Bremer Ausstellung “Polizei.Gewalt. Bremens Polizei im Nationalsozialismus” von 2011 entnehmen.

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