Zwangsarbeit bei der Bremer Wollkämmerei

1883 Gründeten Bremer Kaufleute in Blumenthal die Bremer Wollkämmerei. 1884 Nahm sie ihren Betrieb auf. Im Werk wurde Wolle, die hauptsächlich aus Neuseeland importiert wurde, gesäubert, sortiert und anschließend verarbeitet. Anfang des 20. Jahrhunderts gehörte die BWK zu den personalintensivsten Betrieben in Bremen. Als während des Zweiten Weltkrieges die deutsche Belegschaft immer mehr zur Wehrmacht […]

Massengräber auf den Friedhöfen der Michaelskirche in Neuenkirchen-Rekum

Auf den Friedhöfen der evang.-reformierten Michaels-Kirchengemeinde in Neuenkirchen-Rekum sind in den Jahren 1944-1945 mindestens 65 Fremd- und Zwangsarbeiter/innen, darunter auch Kleinkinder und Säuglinge dieser Arbeiterinnen, beigesetzt worden. Dies ergibt sich aus dem Gräberverzeichnis der zuständigen Friedhofsverwaltung. Diese Gräber existieren heute nicht mehr in Neuenkirchen. Die Toten wurden nach dem Krieg exhumiert. Ein Teil von ihnen […]

Zwangsariesierung von Kinos aus jüdischer Hand

Seit 1912 betätigte Simon Horwitz sich in Bremen als Filmkaufmann. Zusammen mit seinen Söhnen betrieb er vier Filmtheater, die sog. „Skala-Theater“, und zwar in der Faulenstr. 56, am Ohlenhof 6-8, in der Oslebshauser Heerstr. 125 sowie in der Woltmershauser Str. 223. Die Kinos waren immer gut besucht, Julius bewies im Umgang mit der Ufa viel […]

Wegen Fahnenflucht zum Tode verurteilt

Am 06.07.1943 wird Charlotte Gerlach aus der Bremer Neustadt wegen Beihilfe zur Fahnenflucht vom Sondergericht Bremen zu 12 Monaten Haft verurteilt.  Aus dem Urteil geht hervor, dass sie ab Juli 1940 ein Liebesverhältnis zum Soldaten Hermann Jannsen gehabt hätte, ihn mit Kleidung und Geld unterstützt hätte und in Bremen unter verschiedenen Adressen, Teerhof 46, Westerstr.7 […]

Fahnenflucht führt bei Kanonier Brunswick zu einer 5-jährigen Haftstrafe

Willi Brunswick wird am 28.1.1941 von einem Feldgericht  wegen Fahnenflucht zu 5 Jahren Zuchthaus verurteilt.  In dem Urteil gegen Brunswick wird folgender Tathergang geschildert: Brunswick sei 1940 zu einer Militäreinheit in Bremen versetzt worden. Im  Oktober 1940  hätte Brunswick Stadturlaub bekommen. Dabei hätte der Angeklagte Milda Bauer kennengelernt und sei mit ihr in deren Wohnung […]

Sowjetische Kriegsgefangene in Pferdeställen untergebracht

Dort, wo sich jetzt das Bremer Staatsarchiv befindet, stand zuvor seit Beginn des 20. Jahrhunderts die Reithalle des Bremer Reitvereins, ein vierstöckiges Gebäude mit einer repräsentativen Fassade. Im Erdgeschoss  war die eigentliche Reitbahn, im 1. Stock befanden sich ca. 50 Pferdeboxen, die über eine Rampe erreichbar waren. In den 30er Jahren wurde das Gebäude von […]

Mädchenwohnheim Isenbergheim

Zur kurzfristigen Betreuung von Kindern zwischen zwei und vierzehn Jahren entstand während des Ersten Weltkrieges 1914/1915 das Isenbergheim in der Kornstraße. Die Namensgeberin des Isenbergheims, Wobetha Margarethe Isenberg (12.5.1846 – 10.3.1933), war gemeinsam mit ihrem Ehemann Paul Isenberg stark christlich und sozial engagiert. Nach dem Tod ihres Mannes 1903, setzte sie die gemeinsam begonnene soziale […]

Spedition F.W. Neukirch: “…niemals aber Juden etwas zu verdienen gegeben.”

Kühne und Nagel war nicht der einzige Bremer Logistiker, der an der Deportation von Juden verdient hat: Das Buch „Raub von Amts wegen“ nennt auch F. W. Neukirch – ein Speditionsunternehmen, das es noch heute gibt. Im Dritten Reich hat die Firma explizit bei Juden um die Verschiffung ihrer Habseligkeiten geworben. Vor dem Leiter des […]

Finanzamt im Nationalsozialismus

Ein Netzwerk der „Verwertung“ Das Finanzamt hat seine Rolle im Nationalsozialismus aufarbeiten lassen. Dabei zeigt sich auch die engagierte Beteiligung von Speditionen an den Plünderungen. Solche Geräte sicherte sich das Finanzamt für eigene Zwecke. Bild: Henning Bleyl „Die Finanzämter sind (…) im Kampf des nationalsozialistischen Reichs gegen das Judentum in vorderster Front eingesetzt.“ Dieser Satz […]

Kühne und Nagel’s NS-Vergangenheit

„Nähe zum Massenmord“ Der weltweit drittgrößte Logistikkonzern will seine Rolle in der NS-Zeit nicht wirklich klären. Dabei gibt es einiges aufzuarbeiten. Traditionsreich und geschichtsvergessen: Das weltweit drittgrößte Logistikunternehmen verweigert die faktische Auseinandersetzung mit seiner braunen Vergangenheit. Frank Bajohr, der Leiter des Münchner Zentrums für Holocaust-Studien, findet klare Worte: Er attestiert den Geschäften der Spedition Kühne […]