Auf Spurensuche in Gröpelingen

10 Haltepunkte

Der „rote“ Westen – das Leben dort war geprägt von Werftarbeit und lebendigem Treiben im damaligen Arbeitermilieu, hier finden sich heute noch viele Orte des Widerstands und der Verfolgung.

ABunkerbemalung Grasberger Straße/Pastorenweg

Am Bunker an der Ecke Grasbergerstraße/Pastorenweg befindet sich ein großes Wandbild mit vielen Hinweisen auf die Geschichte des Stadtteils Gröpelingen. Es wurde vom Bremer Professor Jürgen Waller angefertigt und auf Initiative der Geschichtswerkstatt Gröpelingen 2009 vom Künstler selbst restaurierter.

Auf dem Bild wird u.a. verwiesen auf die Bremer Räterepublik, die Ende des Ersten Weltkrieges entstanden ist. Mehrere Mitglieder des Betriebsrates der AG Weser, der auf dem Wandbild dargestellt wird, beteiligten sich aktiv an der Gründung der Bremer Räterepublik am 10. Januar 1919. Nach der Zerschlagung dieser Räterepublik durch die reaktionären Gerstenbergertrupp- und das Freikorps Caspari wurde 1922 auf dem Waller Friedhof ein von Bernhard Hoetger geschaffenes Pieta-Denkmal zur Ehrung der gefallenen Kämpfer auf Seite der Räterepublik aufgestellt. Das Denkmal, das 1933 von den Nazis zerstört wurde, ist ebenfalls auf dem Bunker wieder zu finden.

Rechts unterhalb der Pieta stehen drei Personen, von dem einer Häftlingskleidung trägt. Hierbei handelt es sich um Carl von Ossietzky. Seine Person verweist auf die Moorlager, in denen die Nazis auch viele bremischen Widerstandskämpfer inhaftierten. Neben Ossietzky stehen Maria Krüger, langjährige KPD-Abgeordnete in der Bremischen Bürgerschaft, sowie Hermann Prüser, der als KPD-Abgeordnete noch nach der Machtergreifung der Nazi in der Bürgerschaft eine Rede halten konnte.

BWilly Hundertmark

Willy Hundertmark* (1907-2002) ist über Generationen vielen Bremer Jugendlichen bekannt gewesen, weil er mit ihren Schulklassen, Jugendverbänden oder Jugendzentren antifaschistische Stadtrundgänge durchgeführt hat. 1986 legte er als Sekretär der VVN-BdA gemeinsam mit dem damaligen Landesjugendring Bremen eine schriftliche Ausarbeitung dieser Stadtführungen vor, die die Grundlage für das Projekt „Spurensuche Bremen“ bildet.

Willy, der 1933 von den Nazis kurze Zeit im KZ eingesperrt wurde, war es ein großes Bedürfnis, insbesondere Jugendlichen über die Zeit des Faschismus, über politische und rassische Verfolging, aber auch über den Widerstand gegen dieses Unrecht, aufzuklären.

Geboren wird Willy Hundertmark am 16.4.1907 im thüringischen Apolda, wuchs jedoch im Ruhrgebiet in Essen auf. Als Zwölfjähriger schloss er sich dort dem Kommunistischen Jugendverband und einige Jahre später als Schlosserlehrling bei den Krupp Stahlwerken auch der Gewerkschaft an. Jahrzehnte war er engagiertes Mitglied der kommunistischen KPD (später DKP).

Am 3.3.1933 wurde er verhaftet und im KZ Sonnenberg, später noch mal im Lager Brauweiler inhaftiert. 1939 kamt Hundertmark nach Bremen, wo er sich weiterhin illegal politisch betätigte. 1947 gehörte er zu den Mitbegründer der VVN, später VVN-BdA. Im Bremer Landesverband war er als Sekretär, Vorsitzender und zuletzt als Ehrenvorsitzender aktiv.

Aus seiner politischen Gesinnung machte Hundertmark nie einen Hehl, aber in vielen Bündnissen arbeitete Willy trotzdem mit Sozialdemokraten, Christen und anderen zusammen. Mit dem evangelischen Pastor Ernst Uhl und anderen gründete er 1979 in Bremen die Lidice Initiative. Willy Hundertmark lebte bis zu seinem Tod am 15.12.2002  gemeinsam mit seiner Frau Tilla in ihrem Haus in der Jadestraße 20 in Gröpelingen. Der Bremer Antifaschist zu Willy Hundertmarks 85. Geburtstag

*mit freundlicher Genehmigung des WK sowie P. Spangenberg (Text) und R. Rospek (Foto)

CAußenkommando „Schützenhof“

Nach einer zwangsverfügten Übereignung des Geländes der Bremer Schützengilde an der Brombergerstraße in Gröpelingen wurden dort mit Kriegsbeginn über 200 indische Seeleute der Deutschen Dampfschifffahrtsgesellschaft Hansa interniert. Im Mai 1940 wurden hier für einige Tage Sinti und Roma aus dem Weser-Ems-Gebiet interniert und nach Hamburg transportiert, von wo aus sie nach Polen deportiert wurden. Bis heute ist weder ihre Anzahl, noch die Zahl der Opfer bekannt. Außerdem diente das Gebäude als Unterbringungsort für ausländische (Zwangs?) Arbeiter der Bremer Stadtwerke. 1943 wurde der Schützenhof bei einem Bombenangriff zerstört. In den Resten brachte man trotzdem noch Häftlinge unter. Ab Weihnachten 1944 wurden etwa 600-700 KZ-Häftlinge aus dem Außenlager Bahrs Plate (Blumenthal), die bis dahin täglich mit dem Schiff zu ihrer Arbeit auf der DESCHIMAG (A.G. Weser) befördert wurden, in den vier Baracken untergebracht, 30 Männer auf 5 mal 5 Metern. Auf der AG Weser mussten sie Bleche stanzen, Teile für Schiffsmotoren fertigen oder Granatenrohlinge drehen.

1.054 Neuengamme-Häftlinge aus 17 Nationen durchliefen dieses Außenlager in Blumenthal, darunter 464 Juden aus Ungarn, Polen oder staatenlos, 265 Sowjetbürger, 144 Belgier, 55 Franzosen. 257 von ihnen starben in etwas mehr als drei Monaten am Mangelernährung, Entkräftung oder Misshandlungen bei einem zehnstündigen Arbeitstag.

Am 7. und 8. April 1945 begann für die 582 verbliebenen KZ-Häftlinge der zehntägige Todesmarsch nach Neuengamme, bzw. nach Bergen-Belsen (letzteres betraf die jüdischen Häftlinge). Viele fanden bei der Bombardierung der KZ-Schiffe Kap Arcona oder Thielbeck in der Nacht vom 3. Auf den 4. Mai in der Ostsee den Tod, auf die sie mit tausenden weiterer Neuengamme-Häftlinge getrieben worden waren.

Eine erste Gedenktafel wurde am 29. April 2002 an der Mauer neben dem heutigen Schützenhof eingeweiht (siehe Bild). Eine zweite folgte am 29. August 2004. In drei Sprachen erinnert sie an die Toten aus dem belgischen 900 Seelen-Dorf Meensel-Kiezegem, 40 km von Brüssel. Bei zwei Razzien flämischer SS unter deutschem Kommando wurden 98 Bewohner listenmäßig selektiert und zu Verhören durch den Sicherheitsdienst nach Löwen und Brüssel gebracht. 68 von ihnen wurden Ende August 1944 ins KZ Neuengamme deportiert, fünf überlebten. Zweiundzwanzig Dorfbewohner kamen in die Außenkommandos Blumenthal und Schützenhof.

Mehr über die KZ-Haeftlinge auf der Werft findet man in einem Originaldokument der Geschichtswerkstatt Gröpelingen. Außerdem eine undatierte Rede von René Thirion (siehe Bild), ehem. belgischer Häftling des Lagers „Schützenhof“.

Quelle: u.a. Hans Hesse und Jens Schreiber „Vom Schlachthof nach Auschwitz“, Tectum Verlag Marburg 1999 S. 90/92

DDie Marschroute der Zwangsarbeiter zur AG-Weser

Die Häftlinge des Gröpelinger KZ-Außenlagers „Schützenhof“1 mussten täglich den Weg zu ihren Zwangsarbeitsstellen auf der Deschimag-Werft (AG-Weser) zu Fuß zurücklegen. Unter Bewachung von Marinesoldaten in spezieller grüner Uniform und eines SS-Offiziers schleppten sie sich morgens vom Schützenhof an der Bromberger Straße durch die Thorner Straße bis zur Seewenjestraße. Von dort ging es entlang der Morgenlandstraße bis zum Pastorenweg und über die Lindenhofstraße und die Liegnitzstraße zum Werfteingangstor. (Siehe grün eingezeichnete Strecke im Stadtplan.) Auf dem Werftgelände mussten sie bis zum hinteren Ende der Werft zu ihren Arbeitsplätzen in der Maschinenfabrik II und beim U-Boot-Bunker Hornisse weitermarschieren.

Der Zeitzeuge Heinz Rolappe hatte 1944 als Halbwüchsiger den Leidensweg der Zwangsabeiter beobachtet: „… die waren vor Hunger so entkräftet, dass sie sich gegenseitig stützen mussten. Das funktionierte so, indem sie untergehakt in Fünferreihen auf der Fahrbahn liefen.“

Auch andere Gröpelinger hatten den Gefangenenzug gesehen. Der Gemüsehändler Heitmann berichtet: „Wenn die Sträflinge an unserem Geschäft Ecke Pastorenweg / Lindenhofstraße vorbeikamen, schnappte sich der eine oder andere von ihnen ein paar Gemüsereste, die mein Vater als Abfall in Kisten an die Straße gestellt hatte. Eines Tages hatte er soviel Mitleid mit den Gefangenen, dass er bewusst besser erhaltenes Gemüse an die Straße stellte. Das blieb nicht ohne Folgen. Noch am selben Tag erschien ein SS-Offizier in unserem Laden und drohte meinem Vater: „Wenn Sie das noch einmal machen, dann marschieren Sie morgen mit!“

Der Belgier René Thirion war aus Anlass der Errichtung einer Mahntafel beim Schützenhof im Frühjahr 2002 mit anderen Leidensgefährten nach Gröpelingen eingeladen worden. Er erinnert sich an den täglichen Marsch durch Gröpelingen und an die Bewacher: „Auf dem Weg zur Zwangsarbeit wurden wir von bewaffneten Marinesoldaten in spezieller grüner Uniform und einem SS-Offizier begleitet. An Kontakte zur Gröpelinger Bevölkerung kann ich mich nicht erinnern. Das war verboten, außerdem waren wir viel zu entkräftet, um unsere Umwelt richtig wahrzunehmen.“

Abends, wenn die anderen Werftarbeiter schon Feierabend hatten, ging es entlang der Kirchenallee, der Ort- und Lindenhofstraße wieder zurück. Kameraden, die vor Entkräftung auf der Werft gestorben waren, mussten in einem Karren mitgeschleppt werden. Diesmal wurde die Gröpelinger Heerstraße in Richtung Ritterhuder Straße überquert. Über Morgenlandstraße, Seewenjestraße und Hohensalzastraße wurde dann der Schützenhof wieder erreicht. (Siehe lila eingezeichnete Strecke im Stadtplan.) Auf dem Schützenplatzgelände angekommen, mussten die Leichen im Waschraum abgelegt werden.

Der Zeitzeuge Detlef Dahlke kann sich genau an den Rücktransport erinnern: „Ich war im Spätsommer 1944 als junger Soldat auf Heimaturlaub und wollte bei Foto Winkler ein paar Bilder von mir für meine Eltern anfertigen lassen. Als ich gerade vom Fotografen zurückkam, wurde ich an der Kreuzung Gröpelinger Heerstraße / Lindenhofstraße aufgehalten. Die Straße war voll von Schaulustigen. Niemand durfte die Fahrbahn betreten, weil gerade der Gefangenenzug die Kreuzung querte und in die Ritterhuder Straße einbog.“

Mehr zum Thema Zwangsarbeit auf der Werft und KZ-Häftlinge auf der AG-Weser in Originaldokumenten der Geschichtswerkstatt Gröpelingen und über Louise Nordholdt

Fußnoten

  1. Bilder und Texte nach einem Plakat der Geschichtswerkstatt Gröpelingen e.V. zur Rathausausstellung „Ein KZ wird geräumt“ im Jahr 2003

EDas jüdische Altersheim in der sog. Reichskristallnacht

1In der Nacht vom 9. zum 10. November 1938, der sog. Reichskristallnacht, wüteten in Gröpelingen Bremer SA-Leute im jüdischen Altersheim: Inventar wurde zerschlagen, alte Menschen wurden misshandelt und von SA-Leuten aus dem Haus getrieben. Für viele dieser jüdischen Mitbürger endete der Weg im Konzentrationslager Sachsenhausen/Oranienburg.

Bis 1942 verblieb das jüdische Altersheim im Besitz der Israelitischen Gemeinde. Ab 1945 wurde dann in diesem Haus das 18. Polizeirevier eingerichtet. 1945 wurde das Haus geräumt. 1946 bezogen jüdische Mitbürger erneut ihr ehemaliges Altersheim. Die letzten Juden verließen 1962 das Haus. Ab 1964 wurde dieses Gebäude abermals mit dem 18. Polizeirevier besetzt.

Fußnoten

  1. Zit n. W. Hundertmark; bearbeitet von Redaktionsgruppe SPURENSUCHE

FRobert Stamm-Haus

Robert Stamm wurde am 16.07.1900 als Sohn sozialdemokratischer Eltern in Remscheid geboren. Schon mit 14 Jahren beteiligte er sich an der antimilitaristischen Arbeit im Bergischen Land und in Wuppertal. Als Werkzeugschlosser engagierte er sich in der Spartakus-Gruppe. Nachdem er als Betriebsrat auf die schwarze Liste geraten war, wurde er Redakteur und von 1931 – April 1933 politischer Leiter des Bezirks Nord-West der KPD, zu dem auch Bremen gehörte .  Im Juli 1932 wurde Stamm im Wahlkreis Weser-Ems in den Reichstag gewählt, ohne allerdings nach der letzten „freien“ Reichstagswahl das Mandat noch ausüben zu können.

Am 27.03.1935 wurde er zusammen mit Adolf Rembte und Max Maddalena von der Gestapo verhaftet, einer qualvollen Haft unterworfen, zum Tode verurteilt und am 04. 11.1937 zusammen mit Adolf Rembte im Zuchthaus Plötzensee geköpft. Der Blutrichter fragte Stamm in einem Zwischenruf, wie denn die Kommunisten zur nationalen Frage ständen. Stamm antwortete:

„Wir Arbeiter sind die besten Nationalisten, wir kämpfen gegen Hitler, weil wir unser Vaterland lieben. Wir wollen unser Vaterland vor der Katastrophe retten, in die es Hitler führen wird.“

Die Bremer KPD nannte ihr Parteihaus in der Lindenhoffstraße in Gröpelingen, das von den Nazis enteignet und nach dem Zusammenbruch des Hitler-Reichs im Wege der Wiedergutmachung faschistischen Unrechts zurückerstattet worden war, nach dem  ermordeten Widerstandskämpfer Robert Stamm-Haus. Am 17. August 1956 wurde das Robert Stamm-Haus durch das auf Antrag der Regierung Adenauer ergangene KPD-Verbotsurteil des Bundesverfassungsgerichts zum zweiten Mal enteignet.

GHitler besucht die Werft AG Weser

Am 14.12. 1934 wohnt Hitler auf der Werft AG-Weser dem Stapellauf des Frachters „Scharnhorst“ bei, ohne sich selbst an die Anwesenden zu wenden. Die Ansprache hält der Reichsverkehrs- und Postminister Freiherr von EltzRübenach. Als das „Horst Wessel Lied“ intoniert wird, verweigert sich der übergroße Teil der Belegschaft, mitzusingen. Hitler fährt anschließend weiter nach Bremerhaven zum Columbusbahnhof und besichtigt dort das Passagierschiff Europa.

Die AG Weser gehört während der Nazi Zeit zur wichtigsten Kriegsindustrie in Bremen. Hier werden nicht nur Kriegsschiffe und U-Boote produziert, sondern auch Flugzeuge. Das Traditionsbetrieb hat eine eher linksgerichtete Belegschaft, die in klarer Opposition zu den Nazis stand. Sogar der langjährige Generaldirektor Franz Stapelfeld, der sicherlich die Rüstungsaufträge aus den Reichsministerien gerne entgegennahm um den Betrieb weiterzuführen, stellte bewußt antifaschistische Arbeiter, wie Emil Theil, Oskar Drees (beide SPD) oder Georg Gumpert (KPD) ein.

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HMS „Bremen“ durch Brand zerstört

Der auf der AG-Weser gebaute Luxusdampfer „Bremen“, Gewinner des Blauen Bandes, schnellstes Passgierschiff der Welt und Atlantikfähre, wäre bereits fast nach ihrer letzten Fahrt  Opfer der Flammen geworden, denn der Kapitän hätte sie lieber selbst angezündet, als das Schiff den Engländern in die Hände fallen zu lassen.

Es wurde dann zum Wohnschiff für Marinesoldaten und Truppentransporter in einer Bremerhavener Werft umgebaut. Dort entdeckte ein Offizier bei einem Rundgang den Brand. Ein Schiffsjunge, der sich wegen einer Ohrfeige eines Offiziers rächen wollte, war der Brandstifter – er wurde zum Tode verurteilt.

Das Schiff mußte abgewrackt werden, der Doppelboden des Schiffes wurde in der Weser versenkt.

IBunker „Hornisse“

Der U-Boot-Bunker Hornisse ist ein ehemaliges Baudock für die frühere Schiffswerft AG Weser. Er befindet sich im Industriehafen an der Schleuse. Zum Bau wurden Fremdarbeiter, KZ-Häftlinge und Kriegsgefangene eingesetzt. Nicht weit entfernt befand sich auf dem Gelände der Norddeutschen Hütte (jetzt MittalAccelor) seit 1933 das „Lager Riespott“, in dem die Fremdarbeiter und Kriegsgefangene untergebracht waren. 1944 wurde es zum Außenkommando des KZ Neuengamme.

1943 wurde ein neues Verfahren zum Bau von U-Booten in verbunkerten Werften beschlossen. Auf verschiedenen Werften in Bremen, Bremerhaven, Wilhelmshaven, Hamburg und Danzig wurden die 8 Sektionen für den U-Boot-Typ XXI hergestellt. Die Endmontage sollte in der U-Boot-Bunkerwerft „Valentin“ in Bremen-Farge stattfinden.

Für die A.G. „Weser“ sollte eine verbunkerte Werft auf dem Gelände „Kap Horn“ entstehen. Im Jahre 1943 ließ die Kriegsmarine die Planungen für „Weser I“ zu Gunsten von „Hornisse“ fallen. Im Frühjahr 1944 folgte der Bauauftrag mit dem Tarnnamen „Hornisse“.

Mehr zu diesem Thema im Dokument Arbeiter Hornisse der Geschichtswerkstatt Gröpelingen

JHeinz Kundel

Heinz Kundel wurde 1914 in Bremen-Gröpelingen geboren. Nach seiner Ausbildung als Elektriker ging Kundel 1933 „auf die Walz“, d.h. er zog gemeinsam mit einem Freund durch Deutschland und lebte von dem Geld, das er sich als Elektriker überall verdienen konnte.

In den 30-Jahren war Kundel Mitglied in der Sozialistischen Arbeiterpartei (SAP), die 1931 als Linksabspaltung von der SPD gegründet wurde. Im Auftrag der SAP organisierte er illegale Verbindungen zu Gesinnungsgenossen in Frankreich und Schweden.

Trotzdem wurde er eingezogen, jedoch als Soldat in Urlaub bei der AEG Schiffsbau beschäftigt. Dort gerät er September 1944 in britische Gefangenschaft und kam ins Antifa-Lager Ascot/7 und dem Reeducation Centre Wilton Park.

Durch seine parteiübergreifenden Verbindungen zu verschiedenen illegalen Gruppen, beteiligte er sich maßgeblich an der Gründung der „Kampfgemeinschaft gegen Faschismus“.

Später trat Heinz Kundel der KPD bei, in der er jedoch nicht lange blieb. Anschließend gründete er in Bremen die „Gruppe Arbeiterpolitik“.

Videointerview mit Thesese de Vries (Zeitzeugin) wurde freundlicherweise zur Verfügung gestellt vom Landesfilmarchiv, Bremen.